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Landkreis

Photovoltaik im Landkreis Spree-Neiße

Der Landkreis Spree-Neiße liegt als Ring um Cottbus, zwischen Oberspreewald, Lieberoser Heide und Muskauer Faltenbogen. Die Dächer hier sind sehr verschieden: Wiederaufbaustadt in Forst und Guben, Rohrdach auf Blockbohlen in Burg, Ziegelbau in Welzow, Hofanlage im Dorf. Was auf dem einen geht, geht auf dem anderen nicht.

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Blick von oben auf parallele Wohnzeilen im Landkreis Spree-Neiße: breite Flachdächer mit grauer Bitumenbahn, darauf lange Reihen flach aufgeständerter dunkler Module mit Wartungsgassen dazwischen. Dahinter die flache Lausitzer Ebene mit Pappelreihen, Kiefernwald und fernen Dampffahnen unter bedecktem Frühlingshimmel.
Die Innenstädte von Forst und Guben sind Wiederaufbau: große, gleichförmige Dachflächen, auf denen aufgeständerte Reihen die Ausrichtung frei wählen.

Woraus die Dächer hier gebaut sind

Forst und Guben sind zweimal entstanden. Im Frühjahr 1945 lagen 85 Prozent von Forst in Trümmern, in Guben fast 90 Prozent der Altstadt. Was heute in den Innenstädten steht, ist überwiegend Wiederaufbau und DDR-Wohnungsbau: Zeilen und Blöcke mit großen, gleichförmigen Dachflächen. Daneben stehen in Forst vier Tuchfabriken in der Denkmalliste (Schneider & Duch, Cattien, Sauer und C. H. Pürschel), dazu die Stadtkirche St. Nikolai. Es sind überwiegend mehrgeschossige Ziegelbauten, keine flachen Hallen.

Im Spreewald ist es umgekehrt. In Burg stehen die Höfe verstreut auf Kaupen, gebaut aus bis zu fünfzehn Zentimeter starken Blockbohlen aus Kiefer oder Fichte und gedeckt mit Reet, rund fünfzig Grad steil, damit das Wasser abläuft. Auf einem Rohrdach ist eine Belegung die Ausnahme: weiche Bedachung, Brandschutz und die fehlende tragende Unterkonstruktion sprechen dagegen. Wer hier eine Anlage will, schaut zuerst auf Scheune, Stall oder Nebengebäude. Die Höfe sind oft als Dreiseithof angelegt, und dort liegt die Fläche.

Die Bergbauorte haben wieder einen anderen Bestand. In Welzow errichtete Gemeindebaumeister Otto Grahe ab Ende der 1920er Jahre die öffentlichen Bauten der Stadt: Friedhofskapelle, Feuerwehrhaus, Gemeindebadeanstalt und Schule, dazu Häuser für private Auftraggeber, durchweg aus heimischem Ziegel, im rechtwinkligen Straßenraster. In den Dörfern dazwischen herrschen Satteldächer auf Hofanlagen vor, oft mit alter Eindeckung. Was beim Nachbarn möglich ist, sagt über Ihr eigenes Dach wenig: Neigung, Ausrichtung und Zustand der Sparren entscheiden einzeln.

Was Denkmalschutz und Schutzgebiete vorgeben

In Brandenburg braucht jede Maßnahme, die Substanz oder Erscheinungsbild eines Denkmals verändert, eine denkmalrechtliche Erlaubnis. Untere Denkmalschutzbehörde ist der Landkreis; der Weg führt also über die Kreisverwaltung in Forst, nicht allein über die Gemeinde. Im selben Gesetz steht aber auch, dass das überragende öffentliche Interesse an Anlagen zur Erzeugung oder Nutzung erneuerbarer Energien in der Regel überwiegt, solange die Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbildes umkehrbar und nicht erheblich bleibt und nur geringfügig in die denkmalwerte Substanz eingegriffen wird. Ein Denkmal ist damit kein Ausschlussgrund, sondern ein Abstimmungstermin.

Betroffen ist mehr, als viele vermuten. In Schenkendöbern steht Reicherskreuz als Flächendenkmal unter Schutz: ein geschlossenes Ensemble von Waldarbeiterhäusern, überwiegend aus Feldstein gebaut, dazu eine Fachwerkkirche aus dem 18. Jahrhundert. Burg liegt im Biosphärenreservat Spreewald, das in vier Zonen gegliedert ist; die Entwicklungszone umfasst rund achtzig Prozent der Fläche und soll die historische Kulturlandschaft erhalten.

Im Südosten kommt der Muskauer Faltenbogen dazu, UNESCO Global Geopark auf rund 580 Quadratkilometern beiderseits der Neiße. Er schützt den Untergrund, nicht Ihr Dach. Die Frage nach der Auflage gehört trotzdem an den Anfang: erst klären, wie eine Belegung aussehen darf, dann Material bestellen.

Wer hier das Netz betreibt

Der Netzanschluss läuft im Kreis überwiegend über MITNETZ STROM, die Verteilnetzgesellschaft der enviaM-Gruppe; sie betreibt im Landkreis rund 3.000 Kilometer Leitung. Zwei Städte machen davon eine Ausnahme, und es sind ausgerechnet die beiden größten.

In Spremberg betreiben die Städtischen Werke Spremberg ein eigenes Verteilnetz. Vom Umspannwerk im Neudorfer Weg geht der Strom über ein 20-Kilovolt-Netz zu den Trafostationen, die ihn auf 0,4 Kilovolt herunterteilen. Diese Niederspannungsnetze sind mit rund 289 Kilometern Kabel gegenüber etwa vier Kilometern Freileitung fast reine Kabelnetze. Angemeldet wird über das Netzanschlussportal der Stadtwerke.

In der Kreisstadt Forst führt die Netzgesellschaft Forst (Lausitz) das Netz, 2009 aus der Stadtwerke Forst GmbH ausgegründet. Sie betreibt dort die Verteilnetze für Strom, Erdgas und Trinkwasser. Ob Ihr Dach innerhalb oder außerhalb dieser beiden Stadtgebiete liegt, entscheidet, bei wem der Antrag landet.

Eingetragen werden muss jede Anlage außerdem im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, ob sie nun an MITNETZ STROM, an die Städtischen Werke Spremberg oder an die Netzgesellschaft Forst angeschlossen wird. Was eine Anlage auf Ihrem Dach kostet und was sie einbringt, rechnen Sie im Solarrechner durch. Zahlen, die sich ändern, stehen dort und nicht auf dieser Seite.

Spreewaldhof im Landkreis Spree-Neiße auf einer Kaupe zwischen Fließen: Das Blockbohlenhaus trägt ein steiles Rohrdach ohne Module. Auf dem flacheren Trapezblechdach des niedrigeren Nebengebäudes daneben liegt eine einzelne Reihe dunkler Module. Erlen, Schilf und ein hölzerner Steg umgeben den Hof.
Im Spreewald bleibt das Rohrdach frei; die Module finden ihren Platz auf dem Nebengebäude mit Blechdeckung. Veranschaulichung, keine Aufnahme einer ausgeführten Anlage.

Städte und Gemeinden im Landkreis Spree-Neiße

Forst (Lausitz)
Kreisstadt an der Lausitzer Neiße, einst als deutsches Manchester der Tuchmacherei bekannt; das Tuchmacherhandwerk war hier seit 1418 privilegiert, vier Tuchfabriken stehen heute in der Denkmalliste.
Guben
Durch die Neiße geteilte Doppelstadt mit dem polnischen Gubin, früher berühmt für Hüte, später Standort der Chemiefaserindustrie; fast neunzig Prozent der Altstadt wurden 1945 zerstört.
Spremberg
Einwohnerstärkste Stadt des Kreises, die Altstadt liegt auf einer Insel zwischen zwei Spreearmen; die Städtischen Werke betreiben hier ein eigenes Stromnetz, was den Netzanschluss anders regelt als ringsum.
Kolkwitz
Wohn- und Pendlergemeinde fünf Kilometer westlich von Cottbus mit rund 9.200 Einwohnern in siebzehn Ortsteilen, dazu Gewerbegebiete, die seit den 1990er Jahren gewachsen sind.
Drebkau
Kleinstadt rund vierzehn Kilometer südwestlich von Cottbus mit zehn Ortsteilen auf 144 Quadratkilometern; der Ortsteil Kausche wurde für den Tagebau Welzow-Süd abgebaggert und seine Bewohner wurden umgesiedelt.
Welzow
Bergbaustadt unmittelbar westlich des Tagebaus Welzow-Süd, deren Einwohnerzahl seit 1939 um mehr als die Hälfte gefallen ist; Gemeindebaumeister Otto Grahe baute hier ab Ende der 1920er Jahre Friedhofskapelle, Feuerwehrhaus und Badeanstalt aus heimischem Ziegel.
Peitz
Alte Festungsstadt mit einem 36 Meter hohen Festungsturm, einem Eisenhüttenwerk seit 1554 und den Peitzer Teichen, in denen seit dem späten 16. Jahrhundert Karpfen gezogen werden.
Burg (Spreewald)
Streusiedlung im Biosphärenreservat, deren Höfe aus Holzbohlen verstreut auf Kaupen stehen und mit Reet gedeckt sind; der Bismarckturm auf dem Schlossberg stammt aus den Jahren 1915 bis 1917.
Neuhausen/Spree
Flächengemeinde südöstlich von Cottbus mit fünfzehn Orts- und Gemeindeteilen und nur 35 Einwohnern je Quadratkilometer; im Süden reicht die Talsperre Spremberg ins Gemeindegebiet.
Schenkendöbern
215 Quadratkilometer für rund 3.300 Einwohner in sechzehn Ortsteilen, im Westen die Reicherskreuzer und die Lieberoser Heide; in Reicherskreuz steht das ganze Dorf als Flächendenkmal unter Schutz, ein Ensemble von Feldsteinhäusern der Waldarbeiter.
Döbern
Glasmacherstadt am Nordwestende des Muskauer Faltenbogens; die Flachglasfabrik Hirsch nahm 1867 den Betrieb auf, zu DDR-Zeiten arbeiteten über 1.700 Menschen im Glaswerk, heute sind es einige Dutzend.
Jänschwalde
Gemeinde mit zweisprachigen Ortsschildern und dem niedersorbischen Namen Janšojce, deren Fläche zum größeren Teil vom Braunkohletagebau Jänschwalde eingenommen wird; das 1998 eingemeindete Dorf Horno wurde 2004 und 2005 für die Kohle abgerissen.
Teichland
Auf dem Gemeindegebiet steht das Kraftwerk Jänschwalde mit seinen neun Kühltürmen; auf der Bärenbrücker Höhe liegt ein Erlebnispark mit Sommerrodelbahn und Aussichtsturm.
Werben
Nach Burg die zweitgrößte Gemeinde im Amt Burg (Spreewald): rund 1.745 Einwohner auf 25 Quadratkilometern, zwölf Kilometer nordwestlich von Cottbus im Südosten des Biosphärenreservats Spreewald.
Groß Schacksdorf-Simmersdorf
Gemeinde im Amt Döbern-Land, deren Einwohnerzahl seit 1990 von über 1.700 auf gut 700 gefallen ist, der stärkste Rückgang im ganzen Kreis.
Felixsee
Gemeinde aus fünf Dörfern am Rand des Muskauer Faltenbogens, benannt nach dem Felixsee, der aus einem gefluteten Tagebaurestloch entstand; in Friedrichshain wuchs die Siedlung um 1768 um eine Glashütte.
Tschernitz
Glasmacherort an der sächsischen Grenze, seit 1829 Standort einer Glashütte; aus dem Werk am Ort kamen nacheinander Flachglas, Farbbildröhren und Solarglas.
Neiße-Malxetal
Nach zwei Flüssen benannte Gemeinde aus fünf Dörfern an der polnischen Grenze, achtzehn Einwohner je Quadratkilometer; in Jerischke steht das Informationszentrum zum Muskauer Faltenbogen.

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