Landkreis
Photovoltaik im Landkreis Teltow-Fläming
Der Landkreis Teltow-Fläming reicht von der Berliner Stadtgrenze bis an die Grenze zu Sachsen-Anhalt. Oben die Teltow-Hochfläche mit Pendlergemeinden und Logistikhallen, unten der Niedere Fläming mit Dörfern und Feldsteinkirchen, dazwischen das Nuthe-Urstromtal. Wer hier ein Dach belegt, hat es je nach Ort mit ganz verschiedenen Fragen zu tun: mit dem Denkmalschutz in Jüterbog, mit der Statik eines Plattenbaus in Ludwigsfelde, mit der Frage, wer an der eigenen Adresse überhaupt das Stromnetz betreibt.
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Photovoltaik in Städten und Gemeinden im Landkreis Teltow-Fläming

Hier sind wir im Landkreis Teltow-Fläming unterwegs
Vom Kolonistenhaus bis zur Logistikhalle
Der Baubestand hat keine gemeinsame Linie. In Jüterbog steht eine Stadtmauer aus dem späten dreizehnten Jahrhundert mit drei erhaltenen Toren. In Dahme/Mark umgibt die Altstadt ein Mauerring aus Raseneisenstein und Feldstein, im Ort die Eiserne Mauer genannt, zu rund achtzig Prozent erhalten. Beide Städte gehören zur Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg. Enge Dachflächen, steile Ziegeldeckung, Gauben und Schornsteine: Platz ist dort das knappe Gut.
Ludwigsfelde ist das genaue Gegenteil. 1933 lebten hier gut zweihundert Menschen. Nach dem Bau des Daimler-Benz-Flugmotorenwerks ab 1936 wuchs der Ort so schnell, dass er 1965 Stadtrecht bekam und Mitte der achtziger Jahre gut zweiundzwanzigtausend Einwohner zählte. Was dazwischen entstand, ist Werkssiedlung und Plattenbau, in Ludwigsfelde-Nord in mehreren Abschnitten errichtet. Flachdächer geben Ihnen die Ausrichtung frei, verlangen aber eine Aussage zur Statik und zum Zustand der Dachhaut, bevor irgendetwas darauf kommt.
- Historische Stadtkerne: In Jüterbog und Dahme/Mark stehen steile Ziegeldächer in geschlossenen Straßenzügen, mit wenig zusammenhängender Fläche und viel Abstimmungsbedarf.
- Kolonistenhäuser in Kloster Zinna: Die 1764 angelegte Weberkolonie besteht aus niedrigen, gleichförmigen Häusern in strenger Reihung; ein einzelnes Dach lässt sich dort nicht losgelöst vom Ensemble betrachten.
- Werks- und Plattenbauten: In Ludwigsfelde-Nord liegen große zusammenhängende Flachdachflächen, oft mit Aufbauten und Lüftungstechnik darauf.
- Siedlungshäuser der Zwischenkriegszeit: Blankenfelde wuchs durch die Gagfah-Siedlung von 766 Einwohnern im Jahr 1930 auf 6.228 im Jahr 1939; die Häuser dieser Jahre haben steile Satteldächer und kleine Grundrisse.
- Hallendächer im Güterverkehrszentrum: Die Logistikbauten in Großbeeren haben Dachflächen, die mit einem Wohnhaus nichts gemein haben, also andere Statik, andere Anschlussleistung, anderen Planungsweg.
- Höfe und Dorfkirchen im Süden: In Niederer Fläming, Dahmetal und Ihlow stehen mittelalterliche Feldsteinkirchen neben Wirtschaftsgebäuden; die großen Flächen liegen auf den Scheunen, nicht auf dem Wohnhaus.
Denkmalschutz: zuständig ist der Landkreis in Luckenwalde
Für Denkmale ist nicht die Gemeinde zuständig, sondern (wie überall in Brandenburg) der Landkreis: nach § 16 Absatz 1 des Brandenburgischen Denkmalschutzgesetzes nehmen die Landkreise die Aufgaben der unteren Denkmalschutzbehörde wahr. Für Teltow-Fläming heißt das: Ihr Ansprechpartner sitzt in der Kreisverwaltung in Luckenwalde, und er ist von Großbeeren bis Dahme derselbe.
Erlaubnispflichtig ist nicht nur der Eingriff am Denkmal selbst, sondern auch eine Veränderung in seiner näheren Umgebung, allerdings nur, soweit diese für Erhaltung, Erscheinungsbild oder städtebauliche Bedeutung des Denkmals erheblich ist (§ 9 Absatz 1 Nummer 4 in Verbindung mit § 2 Absatz 3 BbgDSchG). Wer unmittelbar neben einer Feldsteinkirche baut, fragt deshalb besser vorher nach.
Das Gesetz ist dabei nicht grundsätzlich gegen Sie. Nach § 9 Absatz 2 überwiegt das überragende öffentliche Interesse an erneuerbaren Energien in der Regel, wenn die Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbildes umkehrbar und nicht erheblich ist und in die denkmalwerte Substanz nur geringfügig eingegriffen wird. Die Frage lautet damit selten ob, sondern wie: welche Dachseite, welche Modulfarbe, in der Dachfläche oder darüber, und ob sich alles später rückstandsfrei abbauen lässt.
Konkret betrifft das mehr Dächer, als man vermutet. Die Weberkolonie in Kloster Zinna, die Flughafengebäude in Rangsdorf, das Museumsdorf Glashütte in Baruth mit über dreißig geschützten Gebäuden, dazu die Dorfkirchen im Fläming und ganze Straßenzüge in Jüterbog und Dahme. Fragen Sie früh nach, nicht erst nach der Bestellung des Materials.
Welcher Netzbetreiber gilt, hängt an der Adresse
Beim Netzanschluss hängt alles an der Adresse. Für weite Teile des Kreises ist E.DIS Netz der Verteilnetzbetreiber; dessen Gebiet zieht sich von der Ostseeküste bis zum Spreewald. In Luckenwalde ist es anders: dort haben die Städtischen Betriebswerke Luckenwalde die Stromversorgung 1996 vom regionalen Versorger übernommen und betreiben das Stadtnetz seitdem selbst. In Ludwigsfelde führen die Stadtwerke Ludwigsfelde ein eigenes Stromnetz samt Netzanschlussportal, über das auch Photovoltaikanlagen angemeldet werden; im dortigen Industriepark liegt daneben das Netzgebiet der ENRO Ludwigsfelde Netz GmbH.
Das ist keine Formalie. Anmeldeunterlagen, Prüfwege und technische Vorgaben unterscheiden sich von Netz zu Netz. Die Luckenwalder verlangen in ihrem Netz zum Beispiel, dass Zähler grundsätzlich über eine Dreipunktbefestigung montiert werden und nicht über eine Steckbefestigung. Wer mit der falschen Annahme an den Zählerschrank geht, baut den Anschluss zweimal. Über 25 Kilowatt kann dort zusätzlich eine Netzverträglichkeitsprüfung nötig werden; sie dauert in der Regel sechs bis acht Wochen, während für die Prüfung der Anmeldeunterlagen rund zwei Wochen angesetzt sind. Klären Sie deshalb als Erstes, wer für Ihre Adresse zuständig ist.
Was eine Anlage auf Ihrem Dach leistet und was sie kostet, hängt an Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Ihrem Verbrauch, nicht am Landkreis. Dafür gibt es den Solarrechner. Die SolarX GmbH plant Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen und baut sie mit eigenen Montageteams; der Betrieb sitzt in Berlin-Reinickendorf, Wittestraße 3, und arbeitet in Berlin und Brandenburg.

Städte und Gemeinden im Landkreis Teltow-Fläming
- Luckenwalde
- Die Kreisstadt wurde ab 1780 durch zugezogene Tuchmacher aus Gera zur Tuchmacherstadt und stellte ab 1875 auf Hutproduktion um; über dem Markt steht ein achtunddreißig Meter hoher Turm, dessen älteste Teile aus dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert stammen und der seit 1484 die Glocken von St. Johannis trägt.
- Photovoltaik in Ludwigsfelde
- Aus zwei Spinnerkolonien von 1750/1753 wurde mit dem Daimler-Benz-Flugmotorenwerk ab 1936 eine Industriestadt; Stadtrecht erhielt der Ort 1965, und bis zum 17. Dezember 1990 liefen hier die Lastwagen vom Typ IFA W50 vom Montageband.
- Zossen
- Zehn Ortsteile mit je eigenem Ortsbeirat, darunter Wünsdorf, wo die Sowjetarmee bis 1994 ihre größte Garnison außerhalb der Sowjetunion unterhielt; für die Dreifaltigkeitskirche wurde am 24. Mai 1734 der Grundstein gelegt.
- Blankenfelde-Mahlow
- Fünf Ortsteile unmittelbar an der Berliner Grenze bei Lichtenrade; allein Blankenfelde wuchs durch eine Gagfah-Siedlung von 766 Einwohnern im Jahr 1930 auf 6.228 im Jahr 1939.
- Jüterbog
- Die Stadtmauer entstand vermutlich gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts, drei ihrer Tore stehen noch: Neumarkttor, Zinnaer Tor und Frauentor.
- Rangsdorf
- 1928 kaufte die Gemeinde den bis dahin gesperrten Rangsdorfer See samt Waldflächen vom Kreis Teltow, baute ihn zum Seebad aus und parzellierte das Land nördlich der Seebadallee; die Gebäude des 1936 eröffneten Reichssportflughafens stehen unter Denkmalschutz.
- Großbeeren
- Die Dorfkirche entwarf Karl Friedrich Schinkel, errichtet wurde sie 1818 bis 1820; heute prägen die Hallen des Güterverkehrszentrums und die ehemaligen Berliner Rieselfelder die Gemarkung.
- Trebbin
- Dreizehn Ortsteile, ein Stadtbrand im Jahr 1565, bei dem fast nur die Kirche stehen blieb, und im Ortsteil Schönhagen ein Verkehrslandeplatz mit einer Asphaltbahn von 1.510 mal 23 Metern.
- Am Mellensee
- Acht Ortsteile rund um den See, darunter Sperenberg, Klausdorf und Kummersdorf-Gut, gut vierzig Kilometer Luftlinie südlich von Berlin-Mitte.
- Nuthe-Urstromtal
- Mit 341 Quadratkilometern und dreiundzwanzig Ortsteilen ist dies die flächengrößte Gemeinde Deutschlands ohne Stadtrecht; auf den Quadratkilometer kommen achtzehn Einwohner.
- Niedergörsdorf
- Zweiundzwanzig Ortsteile im Niederen Fläming an der Grenze zu Sachsen-Anhalt; bei Dennewitz schlugen preußische Truppen am 6. September 1813 die französische Armee.
- Baruth/Mark
- Die 1716 gegründete Glashütte ist heute ein geschütztes Siedlungsensemble; den Schlosspark legte Peter Joseph Lenné 1838 im englischen Stil an.
- Dahme/Mark
- Der Mauerring aus Raseneisenstein und Feldstein, im Ort die Eiserne Mauer genannt, ist zu rund achtzig Prozent erhalten und wurde 2004 als Denkmal des Monats ausgezeichnet; das barocke Schloss entstand zwischen 1711 und 1714 aus einer mittelalterlichen Wasserburg.
- Niederer Fläming
- Dreiundzwanzig Dörfer mit mittelalterlichen Feldsteinkirchen; in Wiepersdorf steht das Schloss, in dem Achim und Bettina von Arnim lebten.
- Ihlow
- Gut sechshundert Einwohner auf knapp achtundvierzig Quadratkilometern in sechs Ortsteilen; die Dorfkirche gilt als die einzige im Fläming mit zweispitzigem Kirchturm.
- Dahmetal
- Keine fünfhundert Einwohner, drei Ortsteile und vier Feldsteinkirchen, die älteste davon aus dem dreizehnten Jahrhundert; entlang der Dahme stehen sieben Wassermühlen, teils im Altzustand, teils saniert.
Zum Nachschlagen
Landkreis
Untere Bauaufsichts- und Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming(öffnet in neuem Tab)
um vor der Planung zu klären, was am eigenen Gebäude bauaufsichtlich zu beachten ist
Denkmalschutz
Untere Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming: denkmalrechtliche Erlaubnis und Beratung(öffnet in neuem Tab)
um bei einem Haus in Jüterbog, Dahme/Mark oder Kloster Zinna die Erlaubnis vorab zu klären
Schutzgebiet
Naturpark Nuthe-Nieplitz, Verwaltung des Landesamtes für Umwelt(öffnet in neuem Tab)
um zu sehen, welche Gemeinden rund um Blankensee und Trebbin im Naturpark liegen
Was Sie als Nächstes wissen wollen
Was kostet das bei mir?
In zwei Minuten zur Einschätzung: Dachfläche, Speicher, Wärmepumpe.
Welche Technik kommt aufs Dach?
Module, Wechselrichter und Speicher mit Marke, Modell und Datenblatt.
Was haben Sie schon gebaut?
Anlagen aus Berlin und Brandenburg, mit Zahlen statt Versprechen.
Die zwanzig häufigsten Fragen
Von der Genehmigung über den Netzanschluss bis zur Steuer.


