Kreisfreie Stadt
Photovoltaik in Cottbus
Cottbus ist die größte Stadt der Niederlausitz und die zweitgrößte Brandenburgs. Zwischen Altmarkt und Cottbuser Ostsee liegen eine mittelalterliche Altstadt, ein Gründerzeitquartier unter Satzungsschutz, zwei große Plattenbaugebiete und zwölf ländlich geprägte Ortsteile. Welche Regeln für ein Dach gelten, entscheidet sich hier nach Ortsteil und Adresse.
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Was in Cottbus auf den Dächern liegt
Eine Verordnung von 1671 wirkt nach. Nach dem Großbrand im März jenes Jahres mussten Neubauten in Ziegelmauerwerk errichtet werden, und Stroh war als Eindeckung nicht mehr erlaubt. Was danach entstand, steht in Teilen noch: die barocken Bürgerhäuser um den Altmarkt, die Loh- und Weißgerberhäuser am Mühlengraben, deren kleinstes von 1727 stammt.
Ein großer Teil des Cottbuser Gebäudebestands entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, darunter zahlreiche Plattenbauten. Bei Flachdächern entscheiden Lastreserve und Dachaufbau darüber, welches Montagesystem geeignet ist. Diese Voraussetzungen prüfen wir vor der Auslegung der Anlage.
Zwei Eigenheiten klären Sie besser früh. In Sandow stehen die Plattenbauten auf Hunderten von Betonpfählen, weil der Untergrund nahe der Spree torfig ist; die Zeilen aus den 1950er Jahren stehen dort zusätzlich unter Denkmalschutz. In den Dörfern ist es umgekehrt: Alt-Schmellwitz ist ein Angerdorf, Saspow ein Gassendorf, Skadow ein Sackgassendorf mit einem denkmalgeschützten Vierseitengehöft in der Hauptstraße. Dort entscheidet die einzelne Hofstelle.
Zwei Denkmalbereiche, und was reversibel heißt
Cottbus hat zwei Denkmalbereiche. Beide sind seit dem 23. April 2006 durch Satzung geschützt. Der eine ist die Westliche Stadterweiterung von 1870 bis 1914 um die Bahnhofstraße und den Schillerplatz: gründerzeitliche Wohn- und Geschäftshäuser, ganz überwiegend in privater Hand, geschützt samt Gartenanlagen sowie Straßen- und Platzgestaltung. Der andere ist die Branitzer Parklandschaft.
Branitz steht nicht auf der Welterbeliste. Dort steht seit 2004 der Pückler-Park in Bad Muskau. Geschützt ist die Branitzer Landschaft trotzdem, als Gartendenkmal in der Landesdenkmalliste und als Denkmalbereich. Fürst Pückler hat ab 1846 nicht nur den rund 112 Hektar großen Innenpark mit Pleasureground gestaltet, sondern die umgebende Feldflur gleich mit, zusammen über 620 Hektar. Der Bereich reicht also weit über das Schloss hinaus.
Das Landesrecht hilft weiter. Nach § 9 Absatz 2 des Brandenburgischen Denkmalschutzgesetzes überwiegt das überragende öffentliche Interesse an der Errichtung oder Veränderung von Anlagen zur Erzeugung oder Nutzung erneuerbarer Energien in der Regel, wenn die Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbildes reversibel und nicht erheblich ist und in die denkmalwerte Substanz nur geringfügig eingegriffen wird.
Wie das auszulegen ist, sagt die Verwaltungsvorschrift VV EED des Landes von 2023: Solaranlagen sind reversibel anzubringen, die Substanz des Denkmals ist weitestgehend zu erhalten, und als nicht erheblich gilt eine Beeinträchtigung regelmäßig dann, wenn die Anlage vom öffentlich zugänglichen Raum aus nicht einsehbar ist. Untere Denkmalschutzbehörde ist in einer kreisfreien Stadt die Stadt selbst; zu den Denkmalbereichen gibt der Fachbereich Bauordnung Auskunft.
- Denkmalbereich Westliche Stadterweiterung (1870–1914) um Bahnhofstraße und Schillerplatz, Satzung in Kraft seit 23. April 2006
- Denkmalbereich Branitzer Parklandschaft, Satzung in Kraft seit 23. April 2006
- Maßstab nach § 9 Absatz 2 BbgDSchG: reversibel, äußeres Erscheinungsbild nicht erheblich beeinträchtigt, nur geringfügiger Eingriff in die Substanz
- VV EED (2023): Solaranlagen reversibel anbringen, Substanz weitestgehend erhalten; nicht einsehbare Anlagen gelten regelmäßig als nicht erheblich
- Zuständig ist die Stadt Cottbus selbst, nicht ein Landkreis
Wer in Cottbus das Netz betreibt
Den Netzbetreiber prüfen Sie, bevor geplant wird. In Cottbus betreibt nicht E.DIS das Verteilnetz. Im Stromnetz der Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH, einer Tochter der Stadtwerke, liegen sieben Stadtteile: Mitte, Schmellwitz, Sandow, Spremberger Vorstadt, Ströbitz, Madlow und Sachsendorf. Für die übrigen zwölf Ortsteile (von Sielow und Saspow über Branitz und Döbbrick bis Gallinchen und Groß Gaglow) ist MITNETZ Strom zuständig. Das Erdgasnetz der Stadtwerke-Gruppe reicht über 17 Stadtteile und damit weiter als das Stromnetz; verwechseln Sie die beiden Gebiete nicht.
Welches Portal Sie brauchen, hängt also am Ortsteil: Die EVC (sie führt rund 950 Kilometer Stromleitungen und betreut rund 80.000 Messstellen für Strom, Gas und Fernwärme) hat ihr eigenes Netzportal, MITNETZ Strom das mein.Hausanschlussportal. MITNETZ nennt rund vier bis sechs Wochen Vorlauf vor Montagebeginn. In beiden Fällen meldet der eingetragene Installateur an; nach Inbetriebnahme folgt binnen eines Monats die Eintragung im Marktstammdatenregister. Die SolarX GmbH plant und baut mit eigenen Montageteams; der Betrieb sitzt in Berlin-Reinickendorf in der Wittestraße 3 und arbeitet in Berlin und Brandenburg.
- EVC-Stromnetz: Mitte, Schmellwitz, Sandow, Spremberger Vorstadt, Ströbitz, Madlow, Sachsendorf
- Übrige zwölf Ortsteile: Sielow, Saspow, Merzdorf, Dissenchen-Schlichow, Branitz, Döbbrick-Maiberg, Skadow, Willmersdorf, Kahren, Kiekebusch, Gallinchen, Groß Gaglow: MITNETZ Strom
- Portale: eigenes Netzportal der EVC, mein.Hausanschlussportal (mHAP) bei MITNETZ Strom; MITNETZ nennt vier bis sechs Wochen Vorlauf vor Montagebeginn
- Anmeldung durch den eingetragenen Installateur; Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme
- Nicht verwechseln: Das Erdgasnetz der Stadtwerke-Gruppe umfasst 17 Stadtteile, das Stromnetz der EVC nur sieben

Stadt- und Ortsteile in Cottbus
- Mitte
- Der Stadtteil umfasst die Altstadt mit Altmarkt, Oberkirche und Spremberger Turm sowie die zwischen 1964 und 1974 angelegte Stadtpromenade mit ihrer rund 175 Meter langen, zehngeschossigen Wohnscheibe.
- Schmellwitz
- Alt-Schmellwitz ist ein Angerdorf, dessen Name auf das niedersorbische chmjel für Hopfen zurückgeht; nordöstlich davon entstand ab 1983 Neu-Schmellwitz mit Wohnblöcken des Typs WBS 70.
- Sandow
- Östlich der Spree gelegen; weil der Untergrund nahe dem Fluss torfig und morastig ist, stehen die Plattenbauten der Großwohnsiedlung auf Hunderten von Betonpfählen, und die Zeilen der 1950er Jahre stehen unter Denkmalschutz.
- Spremberger Vorstadt
- Hier wuchs ab dem späten 18. Jahrhundert eine Kolonistensiedlung für Baumwollspinner; heute stehen im Stadtteil das 1914 gegründete Carl-Thiem-Klinikum und das denkmalgeschützte dreizehngeschossige Punkthochhaus der Paulinenwohnanlage.
- Ströbitz
- Mit knapp 16.000 Einwohnern der einwohnerstärkste Stadtteil; um den Wilhelm-Nevoigt-Platz ist der alte Rundling noch zu erkennen, dessen Giebel sämtlich zur Dorfmitte zeigen.
- Sielow
- Mit 18,82 Quadratkilometern einer der größten ländlichen Ortsteile; 1998 entstand hier die erste Witaj-Kita der Niederlausitz, und die neubarocke Dorfkirche von 1906 birgt ein Altarrelief aus dem 15. Jahrhundert.
- Saspow
- Ein als Gassendorf angelegter Ortsteil; an der Spree steht die 1797 erbaute Spreewehrmühle, die 1959 nach 162 Betriebsjahren stillgelegt wurde und heute Gastwirtschaft und Museum ist.
- Merzdorf
- Der Tagebau Cottbus-Nord rückte bis 2009 auf etwa 200 Meter an den Ortsrand heran; 2006 wurde an der Abbruchkante der Aussichtsturm Merzdorf errichtet.
- Dissenchen-Schlichow
- Mit 31,51 Quadratkilometern der flächengrößte Ortsteil; rund zwei Drittel der Gemarkung wurden überbaggert, die Nachbardörfer Groß Lieskow, Klein Lieskow und Tranitz verschwanden dabei ganz.
- Branitz
- Das Dorf liegt östlich der Spree auf einem Schwemmsandfächer der Cottbuser Sandplatte; der Park, den Fürst Pückler ab 1846 anlegte, liegt seit der Grenzänderung von 1934 überwiegend auf Sandower Gemarkung.
- Madlow
- Benannt nach dem Priorgraben, dessen sorbischer Name ein langsam fließendes Gewässer bezeichnet; die Große Mühle wurde 1495 erstmals erwähnt und im 19. Jahrhundert um eine Walkmühle für die Tuchindustrie erweitert.
- Sachsendorf
- Zwischen 1781 und 1785 von sächsischen Kolonisten angelegt; südlich davon entstand ab Mitte der 1970er Jahre Sachsendorf-Madlow, mit einst 12.500 Wohnungen die größte Plattenbausiedlung des heutigen Landes Brandenburg; seit 2003 wurden rund 5.000 zurückgebaut.
- Döbbrick-Maiberg
- Der Ortsname geht auf das niedersorbische debr für Senke zurück; die Dorfkirche von 1911 ist im Neorokoko gebaut und hat ihre Ausstattung aus der Bauzeit behalten.
- Skadow
- Ein Sackgassendorf, das 1974 nach Döbbrick eingemeindet wurde und mit diesem 1993 zu Cottbus kam; in der Hauptstraße 33 steht ein denkmalgeschütztes Vierseitengehöft.
- Willmersdorf
- Am nordöstlichen Stadtrand gelegen; der zugehörige Wohnplatz Lakoma wurde bis 2008 vollständig für den Tagebau abgebaggert, und die Dorfkirche von 1938 steht unter Denkmalschutz.
- Kahren
- In der 1706 im Haus des Küsters eingerichteten Druckerei erschienen die ersten wendischen Ausgaben von Luthers Kleinem Katechismus und des Neuen Testaments.
- Kiekebusch
- Das Dorf an der Spree wurde zwischen 1896 und 1930 mehrfach überschwemmt; ein Ratsbeschluss von 1974 sah die teilweise Devastierung für einen Tagebau Cottbus-Süd vor, der nie geöffnet wurde.
- Gallinchen
- Der südlichste Ortsteil, dessen Name sich auf ein Dorf in der Heide zurückführen lässt; 1857, 1870, 1892 und 1898 brannten jeweils Teile des Dorfkerns ab.
- Groß Gaglow
- Hier stehen das Einkaufszentrum Lausitz Park und ein Multiplexkino; von 1930 bis 1933 bestand im Ort die Jüdische Landarbeit GmbH auf 820 Morgen Land.
Zum Nachschlagen
Landkreis
Stadt Cottbus, Fachbereich 63: Bauordnung(öffnet in neuem Tab)
Untere Bauaufsichtsbehörde und untere Denkmalschutzbehörde sitzen in einem Haus, Technisches Rathaus, Karl-Marx-Straße 67. Bauanträge laufen seit Juli 2026 nur noch über das Virtuelle Bauamt.
Denkmalschutz
Denkmalliste der Stadt Cottbus beim BLDAM(öffnet in neuem Tab)
Die Landesdenkmalliste für Cottbus als PDF zum Herunterladen. Hier klären Sie vor der Dachplanung, ob Ihr Haus Einzeldenkmal ist.
Schutzgebiet
Satzung Denkmalbereich „Westliche Stadterweiterung (1870–1914)“(öffnet in neuem Tab)
Das Gründerzeitquartier um Bahnhofstraße und Schillerplatz steht seit dem 23. April 2006 unter Satzungsschutz. Dort zählt das Erscheinungsbild auch ohne Einzeldenkmal.
Netzbetreiber
EVC: Strom-Versorgungsgebiet in Cottbus(öffnet in neuem Tab)
Die Elektroenergieversorgung Cottbus ist nur in Mitte, Schmellwitz, Sandow, Spremberger Vorstadt, Ströbitz, Madlow und Sachsendorf Netzbetreiber. Prüfen Sie zuerst, wer Ihre Anmeldung bekommt.
Was Sie als Nächstes wissen wollen
Was kostet das bei mir?
In zwei Minuten zur Einschätzung: Dachfläche, Speicher, Wärmepumpe.
Welche Technik kommt aufs Dach?
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Die zwanzig häufigsten Fragen
Von der Genehmigung über den Netzanschluss bis zur Steuer.


