Kreisfreie Stadt
Photovoltaik in Potsdam
Potsdam gliedert sich in acht Stadtbezirke mit 32 Stadtteilen, von der Historischen Innenstadt mit dem Holländischen Viertel bis zu Dörfern wie Satzkorn mit knapp 500 Einwohnern. Dazwischen liegen Plattenbaugebiete für Zehntausende, Gründerzeitstraßen, ein Wissenschaftspark und neun Ortsteile mit eigenem Ortsbeirat, die zuletzt 2003 zur Stadt kamen. Und über der Stadt liegt eine Welterbe-Pufferzone, deren äußere Grenze Höhenpunkte in Neu Fahrland, Golm und Bornim einbezieht und bis an die Ufer des Templiner Sees reicht.
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Vier Jahrhunderte Dachlandschaft auf engem Raum
Im Holländischen Viertel stehen 134 Ziegelhäuser, die Jan Bouman zwischen 1733 und 1742 in vier Karrees setzte: unverputztes rotes Mauerwerk mit weißen Stegfugen, Traufenhäuser und Giebelhäuser im Wechsel. In Babelsberg Nord liegt die Weberkolonie Nowawes, ab 1751 für böhmische Glaubensflüchtlinge gebaut; etwa zwei Drittel der Kolonistenhäuser stehen noch und sind als Ensemble geschützt. Für die historischen Stadtkerne von Potsdam und Babelsberg gelten zugleich Denkmalbereichs-, Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen.
Dann der Bruch. Zwischen 1956 und 1964 entstand die Waldstadt I mit 2.468 Wohnungen, Blöcke mit Satteldach, im Plattenbau sonst selten. Am Stern folgten zwischen 1970 und 1980 rund 7.400 Wohnungen: fünfgeschossige Blöcke und dazwischen Gruppen von WBS-70-Punkthochhäusern. In Waldstadt II entstanden ab Ende der 1970er über 4.000 Wohnungen in einem Kiefernwald, von dem 72 Hektar erschlossen und in den Höfen stehen gelassen wurden. Am Schlaatz wurde bis 1987 auf aufgefüllten Nuthewiesen gebaut, in Drewitz ab 1988 mit rund 2.900 Wohnungen vom Typ WBS 70.
Das sind verschiedene Aufgaben. Auf dem Satteldach der Waldstadt I entscheidet die Sparrenlage. Auf den Plattenbaudächern in Drewitz und am Schlaatz entscheiden die vorhandene Abdichtung und die zulässige Zusatzlast darüber, ob ballastiert oder durchdrungen montiert wird; das lässt sich erst am Objekt klären. In Waldstadt II steht der Wald in den Höfen, der Schattenverlauf über den Tag gehört dann an den Anfang der Planung. Im Kirchsteigfeld, 1993 bis 1998 nach einem Entwurf von Rob Krier und Christoph Kohl gebaut, wirkten 25 weitere Architekturbüros mit; dort gleicht kein Block dem anderen.
Welterbe, Denkmalbereich, Pufferzone
Der Denkmalschutz ist hier kein Randfall. Die Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin" nimmt auf Potsdamer Gebiet 1.337 Hektar ein und ist seit 1996 als Denkmalbereich „Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft" geschützt. Darum liegt eine Pufferzone von 5.308 Hektar, davon 987 Hektar engere Zone. Ihre äußere Grenze folgt Höhenpunkten und Seeufern: dem Kirchberg in Neu Fahrland, dem Großen und Kleinen Herzberg in Golm, dem Windmühlenberg in Bornim, dem Telegrafenberg, dem Brauhausberg und dem Kleinen Ravensberg sowie den Uferlagen beiderseits des Templiner Sees.
Bauordnungsrechtlich ist eine Solaranlage auf dem Dach in Brandenburg verfahrensfrei. Nach § 61 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe a der Brandenburgischen Bauordnung gilt das für Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen ohne Flächenbegrenzung, ausgenommen bei Hochhäusern, also etwa bei den Punkthochhäusern am Stern. Zu beachten bleibt § 32 Absatz 5 BbgBO zum Abstand zu Brandwänden. Verfahrensfrei heißt aber nicht genehmigungsfrei: Denkmalrecht, Satzungen und Bebauungspläne gelten weiter. Was für eine bestimmte Adresse gilt, zeigt der Satzungs- und Bebauungsplanbestand unter potsdam.de/baurecht.
Eine denkmalrechtliche Erlaubnis braucht, wer ein eingetragenes Einzeldenkmal besitzt oder im Geltungsbereich einer Denkmalbereichssatzung baut. Die bloße Lage in der Pufferzone löst sie nicht aus; dort prüft die Behörde nach § 9 Absatz 1 Ziffer 4 BbgDSchG, ob die geschützte Umgebung verändert wird, in der weiteren Pufferzone näher erst ab 10 Metern Höhe oder 500 Quadratmetern. Entscheidend sind Standort und Gestaltung: Die Anlage soll sich dem Gesamtbild unterordnen, vom öffentlichen Raum schwer einsehbare Dachflächen gelten als günstig, Module und Rahmen sollen matt und farblich einheitlich sein.
- Liegt das Grundstück in der Welterbe-Kernzone, in der engeren oder der weiteren Pufferzone oder außerhalb?
- Steht das Gebäude selbst unter Denkmalschutz oder in einem Denkmalbereich wie dem Stadtkern?
- Gilt für die Straße eine Erhaltungs-, Sanierungs- oder Gestaltungssatzung oder ein Bebauungsplan?
Netz, Wärme und wer hier zuständig ist
Der Verteilnetzbetreiber ist in Potsdam nicht E.DIS. Für Strom und Gas ist die Netzgesellschaft Potsdam GmbH zuständig, eine Tochter der Energie und Wasser Potsdam GmbH. Ihr Netzgebiet umfasst rund 188 Quadratkilometer und deckt sich mit dem Stadtgebiet; mit Strom und Erdgas versorgt sind davon rund 110 Quadratkilometer. In den nördlichen Ortsteilen lohnt vor der Anmeldung ein Blick darauf, wer dort tatsächlich Netzbetreiber ist. Drei der sechs Umspannwerke sind Übergabepunkte zum Hochspannungsnetz der E.DIS Netz. Anmeldung und Inbetriebsetzung einer Einspeiseanlage laufen über die Netzgesellschaft, nicht über den Stromlieferanten.
Bei der Wärme ist Potsdam anders aufgestellt als das Umland. Die Stadt hat ein ausgebautes Fernwärmenetz; den größten Teil der Fernwärme erzeugt das Heizkraftwerk Potsdam-Süd in Kraft-Wärme-Kopplung. Wo ein Haus daran hängt, stellt sich die Frage nach einer Wärmepumpe anders als in Satzkorn oder Uetz-Paaren, wo jedes Haus für sich heizt.
Die SolarX GmbH ist ein Fachbetrieb aus Berlin-Reinickendorf, Wittestraße 3. Wir planen Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen und bauen sie mit eigenen Montageteams, in Berlin und in Brandenburg. Die Stadt betreibt ein Solarpotenzialkataster, mit dem sich die Eignung eines einzelnen Daches vorab abfragen lässt. Die baurechtlichen Hinweise der unteren Bauaufsichtsbehörde und das Merkblatt der unteren Denkmalschutzbehörde zu Solaranlagen stehen ebenfalls auf potsdam.de; beraten wird dort unter bauaufsicht@rathaus.potsdam.de und denkmalpflege@rathaus.potsdam.de.

Stadt- und Ortsteile in Potsdam
- Historische Innenstadt
- Hier steht das Holländische Viertel mit 134 Ziegelhäusern in vier Karrees, dazu die Nikolaikirche am Alten Markt und die zweite barocke Stadterweiterung, für die seit 1993 eine Sanierungssatzung gilt.
- Nauener Vorstadt
- Die Russische Kolonie Alexandrowka von 1826 bis 1828 liegt hier: zwölf Hofstellen in Fachwerk mit aufgenagelten Rundhölzern, geplant für Reetdächer, später mit Brettern und zuletzt mit Schiefer gedeckt.
- Brandenburger Vorstadt
- Ein weitgehend original erhaltenes Altbauensemble aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und den 1900er Jahren, gebaut für Offiziere und Beamte; mittendrin die Plattenbauten Auf dem Kiewitt aus den 1970er Jahren.
- Teltower Vorstadt
- Am Rand erhebt sich der 94 Meter hohe Telegrafenberg mit Einsteinturm, GFZ und PIK; zur Havel hin liegt die Speicherstadt, deren Persius-Speicher hinter denkmalgeschützter Fassade Wohnungen aufgenommen hat.
- Babelsberg Nord
- Das Weberviertel, ab 1751 als Kolonie Nowawes für böhmische Weberfamilien angelegt, mit der Friedrichskirche von Jan Bouman; seit 1993 Sanierungsgebiet, die erhaltenen Kolonistenhäuser stehen als Ensemble unter Denkmalschutz.
- Babelsberg Süd
- Hier wuchs ab 1862 mit der Industrialisierung ein Gründerzeitviertel aus drei- bis viergeschossigen Wohnhäusern für Arbeiter; es ist seit 1993 eigenes Sanierungsgebiet neben dem Weberviertel im Norden.
- Klein Glienicke
- Eine 28 Hektar kleine Exklave, nur über eine schmale Brücke mit Potsdam verbunden; von den Schweizerhäusern, die Ferdinand von Arnim zwischen 1863 und 1887 für Prinz Carl errichtete, fielen sechs 1961 der Grenzsicherung zum Opfer.
- Schlaatz
- Bis 1987 auf den Nuthewiesen errichtet, wofür der Baugrund erst mit Sand aufgefüllt werden musste; die ursprünglich 54 bis 70 Quadratmeter großen Wohnungen wurden nach 1990 umfassend modernisiert.
- Waldstadt I und Industriegelände
- Zwischen 1956 und 1964 östlich der Heinrich-Mann-Allee gebaut: 2.468 Wohnungen in Blöcken mit Satteldach, heute gut 5.400 Einwohner, im Südosten das namengebende Industriegelände.
- Waldstadt II
- Ab Ende der 1970er Jahre in den Wald gesetzt. 72 Hektar wurden erschlossen, der Baumbestand in den Höfen der meist fünfgeschossigen Häuser aber stehen gelassen.
- Stern
- Zwischen 1970 und 1980 entstanden hier rund 7.400 Wohnungen: fünfgeschossige Blöcke und Gruppen von WBS-70-Punkthochhäusern; der Name geht auf den Jagdstern mit 16 Schneisen in der Parforceheide zurück.
- Drewitz
- Das 1228 erwähnte Dorf kam 1939 zu Potsdam; ab 1988 entstanden rund 2.900 Wohnungen vom Typ WBS 70, die seit dem Konzept von 2009 schrittweise zur Gartenstadt Drewitz umgebaut werden.
- Kirchsteigfeld
- Zwischen 1993 und 1998 für 4.900 Bewohner neu gebaut, nach einem städtebaulichen Entwurf von Rob Krier und Christoph Kohl, an dem 25 weitere Architekturbüros mitwirkten.
- Bornstedt
- Auf dem 300 Hektar großen Bornstedter Feld, lange Exerzierplatz und zuletzt sowjetisches Kasernengelände, fand 2001 die Bundesgartenschau statt; seither entstanden dort Wohnquartiere, eines davon am Holländischen Viertel orientiert.
- Golm
- Der Potsdam Science Park versammelt auf 50 Hektar den Universitätscampus sowie Max-Planck- und Fraunhofer-Institute mit über 2.700 Beschäftigten; der Ort selbst wurde 1289 erstmals erwähnt und 2003 eingemeindet.
- Sacrow
- Nur 132 Menschen wohnen hier; die Heilandskirche am Port von Sacrow, 1841 bis 1844 nach Plänen von Ludwig Persius erbaut, stand nach 1961 unmittelbar hinter der Mauer.
- Fahrland
- Rund 5.300 Einwohner nördlich des Fahrländer Sees, Stand 31. Dezember 2025; die Dorfkirche wurde 1709 barock umgebaut, am Ortsrand wächst mit den Eisbergstücken ein Einfamilienhausgebiet.
- Groß Glienicke
- Rund 5.000 Einwohner auf 10,25 Quadratkilometern direkt an der Berliner Stadtgrenze, überwiegend Einfamilienhäuser; im Gutspark stehen Mauerreste, auf dem Kasernengelände entstand die Waldsiedlung.
Zum Nachschlagen
Landkreis
Bauen in Potsdam — Virtuelles Bauamt und Bauaufsicht(öffnet in neuem Tab)
Einstieg der Landeshauptstadt zu Bauantrag, Bebauungsplänen und Satzungen; Bauanträge gehen seit Juli 2025 nur noch online über das Virtuelle Bauamt Brandenburg ein.
Denkmalschutz
Solarenergie und Denkmalschutz in Potsdam(öffnet in neuem Tab)
Prüfkriterien der Unteren Denkmalschutzbehörde samt Merkblatt und baurechtlichen Hinweisen für Solaranlagen auf Denkmalen und in Denkmalbereichen.
Netzbetreiber
Netzgesellschaft Potsdam — Erzeugungsanlagen anmelden(öffnet in neuem Tab)
Netzanschlussportal, Checklisten und Datenerfassungsblatt des Potsdamer Netzbetreibers für Anmeldung, Zählerwechsel und Inbetriebnahme.
Schutzgebiet
Die Pufferzone des UNESCO-Welterbes in Potsdam(öffnet in neuem Tab)
Ausdehnung und Karte der 5.308 Hektar großen Pufferzone mit den Höhenpunkten in Neu Fahrland, Golm und Bornim und den Ufern des Templiner Sees.
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Die zwanzig häufigsten Fragen
Von der Genehmigung über den Netzanschluss bis zur Steuer.


