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Photovoltaik im Landkreis Oberhavel
Der Landkreis Oberhavel zieht sich auf 1.808 Quadratkilometern von der nördlichen Berliner Stadtgrenze bis an die Grenze Mecklenburg-Vorpommerns. Zwischen Glienicke/Nordbahn und Fürstenberg/Havel liegen neunzehn Städte und Gemeinden mit sehr unterschiedlichem Baubestand. Und zwei verschiedene Anlaufstellen für die Anmeldung einer Anlage, obwohl drei Gesellschaften am Stromnetz beteiligt sind.
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Photovoltaik in Städten und Gemeinden im Landkreis Oberhavel

Ein Kreis, der Berlin gedeckt und beheizt hat
Beim Bau der Bahnstrecke Löwenberg–Templin wurden 1887 bei Zehdenick große Tonlager entdeckt. Zwei Jahrzehnte später standen dort nach Angaben des Ziegeleiparks Mildenberg 57 Ringöfen mit einer Jahresproduktion von rund 625 Millionen Mauerziegeln; das Revier gilt als Europas größtes Ziegeleigebiet. Aus diesen Steinen wurden die Berliner Mietshäuser hochgezogen. In Mildenberg endete die Produktion 1991; der Ziegeleipark zeigt die Öfen heute im Original.
Älter noch ist die zweite Tonlandschaft des Kreises. In Velten begann die Ofen- und Kachelindustrie 1828; 1835 baute der Maurermeister Johann Ackermann dort die erste Ofenkachelfabrik auf den örtlichen Lehmvorkommen, ein halbes Jahrhundert vor dem Zehdenicker Tonfund. Um 1903 zählte die Stadt 43 Ofenfabriken und Keramikwerkstätten. In Marwitz, heute Ortsteil von Oberkrämer, wurde Hedwig Bollhagen 1934 künstlerische Leiterin der HB-Werkstätten für Keramik; sie gingen aus den Haël-Werkstätten hervor, die deren jüdische Inhaberin Margarete Heymann-Loebenstein unter nationalsozialistischem Druck abgeben musste. Erst nach 1945 führte Bollhagen den Betrieb allein.
Diese Geschichte ist auf den Dächern noch zu sehen. Im älteren Bestand des Kreises liegt entsprechend oft gebrannter Ton: Biberschwanz, Krempziegel, später Falzziegel. Für eine Aufdachanlage heißt das, die Deckung vor der Planung anzusehen. Eine alte Biberschwanzdeckung braucht andere Dachhaken als ein Falzziegel, und Alter und Zustand des Holzes im Dachstuhl entscheiden mit, wie montiert wird. Die SolarX GmbH aus Berlin-Reinickendorf plant Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen und baut sie mit eigenen Montageteams, in Berlin und Brandenburg.
Wer in Oberhavel das Stromnetz betreibt
Wer eine Anlage anmeldet, hat mit dem Verteilnetzbetreiber zu tun. Und das ist hier nicht überall derselbe. Im größten Teil des Kreises ist es die E.DIS Netz GmbH. In der Kernstadt Oranienburg und im Ortsteil Sachsenhausen betreiben dagegen die Stadtwerke Oranienburg das Stromnetz: rund 549 Kilometer Kabel, davon 134 Kilometer Mittel- und 415 Kilometer Niederspannung, ausschließlich unterirdisch verlegt, ohne eine einzige Freileitung.
Die Grenze verläuft quer durch das Stadtgebiet. Für die Ortsteile Lehnitz, Friedrichsthal, Germendorf, Malz, Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf sind die Stadtwerke ausdrücklich nicht der Netzbetreiber; dort meldet man bei E.DIS Netz an. Es lohnt sich also, vor dem Antrag auf die Adresse zu schauen und nicht auf den Stadtnamen.
In Hennigsdorf gehört das Netz der Netzgesellschaft Hennigsdorf Strom mbH, einem Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Hennigsdorf und der E.DIS AG. Den Betrieb führt dort die E.DIS Netz GmbH, und deren Verträge sind es auch, die für Netzanschluss, Netzzugang und Netznutzung abgeschlossen werden. Drei Gesellschaften sind am Oberhaveler Netz beteiligt; für die Anmeldung bleiben damit zwei Anlaufstellen. Welchen Ertrag ein bestimmtes Dach erwarten lässt, rechnet der Solarrechner aus.
Schutzgebiete, Denkmalbereiche und was im Boden liegt
Mehr als die Hälfte der Kreisfläche steht unter Landschafts- oder Naturschutz. Im Osten reicht der 749 Quadratkilometer große Naturpark Barnim herein, der im Dreieck zwischen Oranienburg, Eberswalde und Bernau liegt; im Norden hat der rund 860 Quadratkilometer große Naturpark Stechlin-Ruppiner Land etwa ein Drittel seiner Fläche in Oberhavel. Dazu kommen Natura-2000-Flächen wie das Kremmener Luch, ein Rastplatz für Kraniche und Gänse. Vor einer Freiflächenanlage lohnt deshalb in Oberhavel fast immer der Blick in die Verordnung des jeweiligen Schutzgebiets.
Für Dächer zählt der Denkmalschutz. In Kremmen steht das Scheunenviertel seit 1993 als Ensemble unter Schutz, in Gransee der mittelalterliche Stadtkern mit seinem fast vollständig erhaltenen Feldsteinring. In Leegebruch bildet die Heinkel-Werkssiedlung mit ihren spitzen, rot ziegelgedeckten Dächern ein geschlossenes Ortsbild. Wo solche Auflagen gelten, führt der Weg über die untere Denkmalschutzbehörde des Kreises, bevor ein Modul gesetzt wird.
Ein Thema hat Oberhavel, das kein anderer Kreis so kennt: Oranienburg ist die einzige Stadt Deutschlands, die systematisch nach Blindgängern sucht. Von den Blindgängern, die dort bis heute jedes Jahr geborgen werden, trägt über die Hälfte chemische Langzeitzünder; 2012 wurden noch rund 300 solcher Bomben im bewohnten Stadtgebiet vermutet. Für Arbeiten auf dem Dach spielt das keine Rolle. Sobald Erdarbeiten anstehen (Kabelgräben, Fundamente für eine Freifläche), gehört die Kampfmittelfreiheit vorher geklärt.

Städte und Gemeinden im Landkreis Oberhavel
- Photovoltaik in Oranienburg
- Die Kreisstadt mit knapp 50.000 Einwohnern trägt das älteste Barockschloss der Mark; in der Gedenkstätte Sachsenhausen wird am authentischen Ort an das Konzentrationslager erinnert.
- Photovoltaik in Hennigsdorf
- Die AEG kam 1910 mit dem Flugzeugbau hierher und verlegte 1913/14 ihren Elektrolokomotivbau nach; 1917 entstand das Stahl- und Walzwerk, und nach den LEW-Jahrzehnten der DDR gingen die Schienenfahrzeugwerke über Adtranz und Bombardier an Alstom.
- Photovoltaik in Hohen Neuendorf
- Die Stadt grenzt unmittelbar an die Berliner Ortsteile Frohnau und Heiligensee, hat ihre Einwohnerzahl seit 1990 mehr als verdreifacht und beherbergt das Länderinstitut für Bienenkunde.
- Velten
- Die Stadt lebte vom Lehm unter ihren Füßen: 1905 verließen rund 100.000 Kachelöfen im Jahr Velten, und in einem Fabrikgebäude von 1872 an der Wilhelmstraße wird bis heute Ofenkeramik hergestellt.
- Zehdenick
- Beim Bahnbau stießen die Arbeiter 1887 hier auf große Tonlager; daraus wurde eines der größten Ziegeleireviere Europas, das um 1900 bis zu 200 Millionen Steine im Jahr nach Berlin lieferte.
- Kremmen
- Am Rand der Ackerbürgerstadt steht das Scheunenviertel, das als Deutschlands größtes erhaltenes gilt. Rund vierzig der ursprünglich siebzig Scheunen sind geblieben.
- Fürstenberg/Havel
- Die Stadt liegt auf Inseln zwischen Röblinsee, Baalensee und Schwedtsee; am Ostufer des Schwedtsees erinnert die Gedenkstätte Ravensbrück an das dortige Frauenkonzentrationslager.
- Liebenwalde
- Hier treffen Voßkanal, Langer Trödel und Oder-Havel-Kanal zusammen; nach dem Stadtbrand von 1832 entstand bis 1835 eine klassizistische Kirche, errichtet unter dem Zehdenicker Bauinspektor Hermann nach Teilplänen Karl Friedrich Schinkels.
- Birkenwerder
- Die Gemeinde ist von den Ortsteilen Hohen Neuendorfs fast umschlossen; in der Summter Straße erinnert eine Dokumentationsausstellung in Clara Zetkins früherem Wohnhaus an ihre Jahre dort von 1929 bis 1932.
- Glienicke/Nordbahn
- Nach Süden und Westen grenzt die Gemeinde unmittelbar an die Berliner Ortsteile Frohnau, Hermsdorf und Lübars; trotz der Nähe zur Nordbahn hat sie keine eigene Bahnstation.
- Leegebruch
- Ab 1936 entstand hier die Werkssiedlung der Heinkel-Flugzeugwerke mit 1.206 Wohnungen als Einzel- und Doppelhäuser in Reihen- und Kettenbauweise an leicht geschwungenen Wegen, unter spitzen roten Ziegeldächern.
- Löwenberger Land
- Siebzehn Ortsteile gehören zur Gemeinde; in Liebenberg steht das Gut, das 1867 im Erbgang an die Grafen zu Eulenburg fiel und dessen Jagden vom Kaiserreich bis in die DDR die jeweilige Staatsspitze anzogen.
- Mühlenbecker Land
- Vier Dörfer (Mühlenbeck, Schildow, Schönfließ und Zühlsdorf) schlossen sich 2003 zusammen; die S8 hält am Berliner Außenring an den Bahnhöfen Mühlenbeck-Mönchmühle und Schönfließ.
- Oberkrämer
- Sieben Dörfer gehören dazu: In Marwitz leitete Hedwig Bollhagen ab 1934 die HB-Werkstätten für Keramik, in Vehlefanz steht die Bockwindmühle von 1815, die einzige komplett erhaltene Windmühle des Kreises und seit 1977 technisches Denkmal.
- Gransee
- Am Schinkelplatz steht das Luisendenkmal, 1811 nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels errichtet; der Stadtkern gehört zur Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne des Landes Brandenburg.
- Stechlin
- Zur Gemeinde gehören Menz, Dollgow und Neuglobsow am Großen Stechlinsee; nach diesem See benannte Theodor Fontane 1897/98 seinen letzten Roman.
Zum Nachschlagen
Landkreis
Bauvorhaben beim Landkreis Oberhavel: untere Bauaufsichtsbehörde(öffnet in neuem Tab)
um zu sehen, welcher Weg für das Vorhaben gilt und wie seit dem 1. Oktober 2026 eingereicht wird
Denkmalschutz
Denkmalschutz beim Landkreis Oberhavel: untere Denkmalschutzbehörde(öffnet in neuem Tab)
um die denkmalrechtliche Genehmigung zu klären; im Kreis sind rund 850 Baudenkmale erfasst
Denkmalschutz
Denkmaldatenbank des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege(öffnet in neuem Tab)
um vor der Planung nachzusehen, ob das Haus in der Denkmalliste des Landes steht
Schutzgebiet
Naturpark Stechlin-Ruppiner Land: Verwaltung in Menz(öffnet in neuem Tab)
um zu sehen, welche Orte um Stechlin, Gransee und Fürstenberg im Naturpark liegen
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Von der Genehmigung über den Netzanschluss bis zur Steuer.


