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Kreisfreie Stadt

Photovoltaik in Brandenburg an der Havel

Brandenburg an der Havel ist aus drei Städten zusammengewachsen: Altstadt, Neustadt und Dominsel, lange getrennt durch Havelarme und eigene Verwaltungen. Dazu kamen Werkssiedlungen für Pulverfabrik und Eisenbahnwerk, zwei Plattenbaugebiete und sechs eingemeindete Dörfer, dazu die frühere Stadt Plaue und die Werkssiedlung Kirchmöser, die beide zugleich Stadtteil und Ortsteil sind. Auf dem Weg von der Dominsel nach Mahlenzien wechselt der Dachtyp mehrfach.

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Blick von oben über eine dicht bebaute Backsteinaltstadt mit steilen, rot gedeckten Satteldächern, Schornsteinen und Giebeln; auf mehreren Südflächen liegen schwarze Solarmodule in engen Reihen, dahinter ein ruhiger Flussarm mit Schilf. Veranschaulichung einer Dachlandschaft, wie sie in Brandenburg an der Havel vorkommt.
Die enge Ziegeldachlandschaft der zusammengewachsenen Altstadt und Neustadt von Brandenburg an der Havel, hier mit Modulen auf den Südflächen. Erzeugte Veranschaulichung, keine Aufnahme einer ausgeführten Anlage.

Drei Schichten Baubestand, drei Arten von Dach

Die älteste Schicht ist Backstein. Der Dom, 1165 begonnen, war das erste vollständig in unverblendetem Backstein ausgeführte Kirchengebäude der Mark Brandenburg; St. Katharinen in der Neustadt führte das um 1400 mit Formziegeln und Terrakotta weiter. In den Ortsteilen sieht es anders aus. Mahlenzien hat eine romanische Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Wust eine neugotische Backsteinkirche von 1880 bis 1882 über einem Vorgängerbau des 15. Jahrhunderts.

Die zweite Schicht sind die Werkssiedlungen. Paul Schmitthenner baute 1916/17 die Gartenstadt Plaue mit rund 300 Reihenhäusern für die Arbeiter der Pulverfabrik Kirchmöser, jedes mit mindestens 180 Quadratmetern Garten. In Kirchmöser entstanden in den 1920er Jahren zwei Eisenbahnersiedlungen, davon Kirchmöser-Ost denkmalgeschützt, in Görden Siedlungen von Schmitthenner, Erbs und Ludewig. Die Plauer Reihenhäuser sind überwiegend eingeschossig; Giebelelemente, Fledermausgauben und Dachhechte gliedern ihre Dachflächen, sodass sich statt einer durchgehenden Fläche einzelne Felder zwischen den Gauben ergeben.

Die dritte Schicht ist der industrielle Wohnungsbau. Der Stadtteil Nord entstand in den 1960er und 1970er Jahren als erstes Neubaugebiet der Stadt, zwischen Marienberg und Silokanal. Hohenstücken folgte ab 1972 im Norden; geplant waren 9.264 Wohneinheiten in vier Wohnkomplexen, überwiegend vom Typ WBS 70 und als Vier-plus-eins-Geschosser, um den vorgeschriebenen Aufzug zu vermeiden. Auf diesen Dächern entscheidet die Reservetragfähigkeit der vorgefertigten Deckenplatten, wie viel Ballast eine Aufständerung bekommen darf. Deshalb steht hier vor der Modulwahl der Blick in die Statik.

Zwei eingetragene Stadtkerne, vier Erhaltungsgebiete

Denkmalbereichssatzungen gibt es in Brandenburg an der Havel nicht; die Denkmalliste des Landes führt für die Stadt keine. Dafür sind die mittelalterliche Altstadt und die Dominsel jeweils als Ganzes als Baudenkmal eingetragen, dazu die Stadtbefestigungen von Altstadt und Neustadt mit ihren Wallbereichen. In der Neustadt ist außerdem ein großer Teil der Bebauung innerhalb der alten Befestigung als Baudenkmal ausgewiesen. Als kreisfreie Stadt ist Brandenburg an der Havel selbst untere Denkmalschutzbehörde: Die Auskunft, was auf Ihr Dach darf, kommt aus dem Rathaus und nicht aus einer Kreisverwaltung.

Dazu kommen vier Erhaltungssatzungen: Innenstadt, Görden, Kirchmöser West und Gartenstadt Plaue. In diesen Gebieten stehen Errichtung, Rückbau, Änderung und Nutzungsänderung baulicher Anlagen unter Genehmigungsvorbehalt, unabhängig davon, ob das einzelne Haus ein Denkmal ist. Für die Innenstadt gehören ein Merkmalkatalog und ein Plan zur Satzung. Wer in einem dieser vier Gebiete baut, fragt dort also auch dann nach, wenn sein Haus in keiner Denkmalliste steht.

Das brandenburgische Denkmalschutzgesetz ist an dieser Stelle geändert worden. Bei Anlagen für erneuerbare Energien auf Denkmalen überwiegt das öffentliche Interesse in der Regel, wenn die Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes umkehrbar und nicht erheblich bleibt und der Eingriff in die geschützte Substanz gering ist. Umkehrbar heißt: aufgelegt statt eingelassen, Leitungen ohne neue Durchbrüche, Rückbau ohne bleibende Spuren.

Nach der Brandenburgischen Bauordnung sind Solaranlagen in, an und auf Dachflächen verfahrensfrei, ausgenommen bei Hochhäusern. Verfahrensfrei heißt aber nicht regelfrei: Die denkmalrechtliche Erlaubnis und die Genehmigung nach Erhaltungssatzung bleiben davon unberührt, ebenso die Anforderungen an Statik und Brandschutz. Wer in der Neustadt oder auf der Dominsel baut, klärt das vor der Bestellung, nicht danach.

Ein Netzbetreiber für das ganze Stadtgebiet

Den Netzanschluss regelt in Brandenburg an der Havel die StWB Stadtwerke Brandenburg an der Havel. Für das ganze Stadtgebiet gilt das nicht von jeher: In Gollwitz, Göttin, Klein Kreutz, Mahlenzien, Schmerzke und Wust lag das Stromnetz bei der E.DIS Netz GmbH und ging zum 1. Januar 2026 an die Stadtwerke über. Seither hat jedes Dach in der Stadt denselben Netzbetreiber, und die Anmeldung läuft überall über dieselbe Stelle.

Zur Anmeldung einer Anlage gehören bei den Stadtwerken die Netzanschlussanmeldung (EBA), Datenblätter zu Modul und Wechselrichter, die Zertifikate, die Konformitätserklärung zum NA-Schutz des Wechselrichters, ein Übersichtsschaltplan mit Messkonzept und ein Lageplan; ab 30 kWp gelten eigene Formulare. Bei steckerfertigen Balkongeräten entfällt die Anmeldung beim Netzbetreiber, die Eintragung im Marktstammdatenregister bleibt.

Die SolarX GmbH ist ein Fachbetrieb aus Berlin-Reinickendorf, Wittestraße 3. Wir planen Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen und bauen sie mit eigenen Montageteams, in Berlin und in Brandenburg. Was ein Hallendach in Kirchmöser braucht, steht nicht auf derselben Liste wie ein Reihenhausdach in der Gartenstadt Plaue oder ein Flachdach in Hohenstücken.

Nahsicht auf eine Reihe eingeschossiger Arbeiterhäuser der 1920er Jahre mit steilen braunroten Biberschwanzdächern, einer Fledermausgaube und einem Dachhecht; zwischen den Gauben liegen dunkle Module in liegenden Reihen, davor tiefe Gärten mit Lattenzäunen. Veranschaulichung eines Siedlungstyps, wie ihn Brandenburg an der Havel kennt.
Die Werkssiedlungen in Plaue, Kirchmöser und Görden tragen kleine, von Gauben zerschnittene Dachflächen, hier mit Modulen dazwischen. Erzeugte Veranschaulichung, keine Aufnahme einer ausgeführten Anlage.

Stadt- und Ortsteile in Brandenburg an der Havel

Altstadt
Der mittelalterliche Kern um St. Gotthardt und das Dorf Parduin, dazu die Wohnsiedlung Quenz am Quenzsee und der Campus der Technischen Hochschule auf einer früheren Kürassierkaserne.
Neustadt
Um 1196 erstmals erwähnt und fast kreisrund angelegt; innerhalb der alten Befestigung ist ein großer Teil der Bebauung als Baudenkmal ausgewiesen, überragt vom 72,5 Meter hohen Turm der Katharinenkirche.
Dom
Die Dominsel zwischen Havel und Beetzsee trägt Dom, Domkurien und Kietzhäuser des 18. Jahrhunderts; bis 1929 eigene Gemeinde, ist sie heute mit ihrer mittelalterlichen Bausubstanz als Ganzes Baudenkmal.
Görden
Vier Kilometer nordwestlich der Innenstadt gelegen, mit Gartenstadtsiedlungen der 1920er und 1930er Jahre von Schmitthenner, Erbs und Ludewig, dem Asklepios Fachklinikum und dem Gördenwald.
Nord
Zwischen Marienberg und Silokanal gelegen, in den 1960er und 1970er Jahren als erstes Neubaugebiet der Stadt errichtet, mit breiten Grünachsen und altem Baumbestand.
Hohenstücken
Ab 1972 auf rund 110 Hektar im Norden gebaut; geplant waren 9.264 Wohneinheiten überwiegend vom Typ WBS 70, später wurden mehr als 3.000 Wohnungen abgerissen.
Kirchmöser
Halbinsel zwischen Plauer See und Wendsee, ab 1914 Standort einer königlich-preußischen Pulverfabrik unter Bauleitung Bruno Tauts, ab 1920 Eisenbahnwerk; der Wasserturm von 1916 ist 65 Meter hoch.
Plaue
1197 erstmals erwähnt und bis zur Eingemeindung am 25. Juli 1952 eigene Stadt; das dreiflügelige Schloss entstand zwischen 1711 und 1716 für Friedrich von Görne.
Göttin
Rund sechs Kilometer südlich der Stadtmitte am Rand der Zauche; die Plane fließt durch den Ort, die Dorfkirche wurde 1870 neu gebaut und behielt den vermutlich spätmittelalterlichen Turm.
Gollwitz
Nach dem Brand von 1808 planmäßig beidseits der Hauptstraße neu angelegt; das Gutshaus der von Rochow brannte ab und wurde 1929 neobarock ersetzt, eingemeindet am 26. Oktober 2003.
Klein Kreutz/Saaringen
Direkt an der Havel nordöstlich der Stadtmitte, mit Dorfkern und den Weinbergen auf Endmoränenkuppen; die Kirche von 1867/68 ist ein neuromanischer Ziegelbau mit einem Altaraufsatz von 1463.
Mahlenzien
Fünfzehn Kilometer südwestlich am Rand der Karower Platte, mit einer romanischen Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die 1729 einen Fachwerkturm bekam.
Schmerzke
Vier Kilometer südöstlich an der B 102, zwischen Havelwiesen und Schmerzker Heide; der Ort brannte 1757 und 1775 ab, die Saalkirche wurde 1714 neu aufgebaut.
Wust
Südlich der Havel auf flacher Grundmoräne gelegen, 1324 als Wuest erwähnt; die neugotische Backsteinkirche von 1880 bis 1882 birgt eine Bronzeglocke von 1480.

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