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Kreisfreie Stadt

Photovoltaik in Frankfurt (Oder)

Frankfurt (Oder) liegt mit dem Rücken zur Lebuser Platte und dem Gesicht zur Oder, die hier Staatsgrenze ist. Die Innenstadt wurde im April 1945 zu 93 Prozent zerstört und danach über einem weitgehend aufgegebenen mittelalterlichen Grundriss neu gebaut; draußen in Booßen und Kliestow stehen die Dörfer noch, die der Stadt im 14. Jahrhundert geschenkt wurden, und in Hohenwalde, Lossow oder Lichtenberg die, die erst im 20. Jahrhundert dazukamen. Für ein Dach heißt das: Der Bestand wechselt zwischen Feldstein, Reichsbahnsiedlung und Platte auf wenigen Kilometern.

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Blick von oben über die nach 1945 wieder aufgebaute Innenstadt von Frankfurt (Oder): Vier- und fünfgeschossige Putzbauten an breiten Straßen, flach geneigte Sattel- und Walmdächer mit roten und grauen Betondachsteinen, darauf dunkle Modulreihen, im Hintergrund das weite Flusstal.
Das Bild steht für den Wiederaufbau der fünfziger und sechziger Jahre, der den alten Stadtgrundriss aufgab: lange Zeilen, flache Dächer, viel Fläche. Eine Veranschaulichung, keine Aufnahme einer ausgeführten Anlage.

Was hier auf den Dächern liegt

In den eingemeindeten Dörfern steht das Älteste. Die Kirche in Booßen wurde um 1250 als Wehrkirche gebaut, die Kliestower Dorfkirche um 1300 als rechteckiger Feldsteinbau mit später aufgesetztem Turm, die Güldendorfer in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus Feldstein. Alt ist daran die Mauer, nicht unbedingt das Dach: In Lichtenberg blieb nach 1945 nur die Ruine, 1950 brach der Dachstuhl ein, der Glockenturm wurde erst 2015 wiedererrichtet und 2018 eingedeckt. Was eine Unterkonstruktion trägt, entscheidet deshalb nicht das Baujahr der Kirche, sondern das Aufmaß vor Ort.

Nach dem Ersten Weltkrieg verlegte die Reichsbahn ihre Direktion Osten nach Frankfurt, und Wohnraum für mehr als 600 Familien musste entstehen. Von 1922 bis 1925 wurde dafür in der Nuhnenvorstadt die Gartensiedlung Paulinenhof nach Entwürfen Martin Kießlings gebaut: ein- und zweigeschossige Einfamilienhäuser und einige Mehrfamilienhäuser für über 300 Familien. Weitere Wohnbauten der Reichsbahn-Siedlungsgesellschaft aus denselben Jahren verteilen sich über die Stadt, am Grünen Weg, am Gertraudenplatz, in der Humboldtstraße; die Häuser in der Leipziger Straße heißen bis heute Kießlingbauten.

Das andere Extrem sind die Großsiedlungen. In Hansa Nord kamen zwischen 1971 und 1976 Plattenbauten zwischen die Villen, die dort ab 1930 gebaut worden waren; in der Seelower Kehre in der Lebuser Vorstadt entstanden sie von 1970 bis 1975, in Neuberesinchen ab 1977 und dort wurde nach 1990 in großem Umfang wieder zurückgebaut. Bei vielen Plattenbauten sind Flachdächer vorhanden. Deren Eignung prüfen wir anhand von Statik und Dachaufbau. Ob eine Aufständerung ballastiert oder befestigt wird, entscheidet die Statik des Daches zusammen mit dem Abdichtungsaufbau. Geprüft wird das vor der Planung, nicht danach.

Acht Denkmalbereiche, von der Innenstadt bis zum Dorfanger

Derzeit sind in Frankfurt (Oder) acht Denkmalbereiche durch Satzung geschützt (Stand 2026): Gubener Vorstadt, Halbe Stadt, Lessingstraße, Paulinenhofsiedlung, Stadtteil am Grünen Weg, Platz an der Friedenskirche, Marktplatz und Oberkirchplatz sowie das Straßenangerdorf Hohenwalde. Sie decken sehr verschiedene Bauformen ab, vom Gründerzeitquartier über die Gartensiedlung bis zum Dorfanger mit Kirche, Teichen und Großbauernhof, und liegen über das ganze Stadtgebiet verteilt. Ob Ihr Haus darin liegt, entscheidet nicht die Postleitzahl, sondern die Karte zur jeweiligen Satzung.

Für den Paulinenhof reicht die Denkmalbereichssatzung allein nicht. Nachdem die Häuser ab 1996 privatisiert worden waren, setzte die Stadt 1999 zusätzlich eine Gestaltungssatzung in Kraft, eine örtliche Bauvorschrift zur Gestaltung der Gartensiedlung. Wer dort etwas am Dach ändert, hat es mit zwei Satzungen zu tun. Das gehört geklärt, bevor Module bestellt werden.

Nach dem brandenburgischen Denkmalschutzgesetz sind Veränderungen an einem Denkmal und in seiner Umgebung erlaubnispflichtig. Zugleich überwiegt das öffentliche Interesse an Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien in der Regel die Belange des Denkmalschutzes, wenn die Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbildes reversibel und nicht erheblich ist und in die denkmalwerte Substanz nur geringfügig eingegriffen wird. Was im Einzelfall als reversibel und nicht erheblich gilt, entscheidet die untere Denkmalschutzbehörde der Stadt. Erlaubnispflichtig bleibt die Maßnahme in jedem Fall. Das Gespräch dort steht deshalb vor der Bestellung.

Wer hier das Netz betreibt

Der Netzbetreiber ist in der Stadt ein anderer als im Umland. Für Frankfurt (Oder) betreibt die Netzgesellschaft Frankfurt (Oder) mbH die örtlichen Strom- und Gasnetze; sie wurde 2007 gegründet und gehört zu 100 Prozent der Stadtwerke Frankfurt (Oder) GmbH. Im Umland ist E.DIS Netz zuständig. Wo genau die Grenze zwischen beiden Netzgebieten verläuft, zeigt die Netzbetreiberangabe auf Ihrer Stromrechnung. Gerade in den eingemeindeten Ortsteilen lohnt sich diese Prüfung vor der Anmeldung.

Die zweite Besonderheit liegt tiefer als das Dach. Die Oder begrenzt das Stadtgebiet im Osten, und das Land Brandenburg führt für den Fluss Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten. Über die Wasser-Informationsplattform des Landesamts für Umwelt lässt sich nach Adresse oder Flurstück nachsehen, ob ein Grundstück in einem festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet liegt. Wo das zutrifft, gehört die Frage, auf welcher Höhe Wechselrichter und Speicher sitzen, an den Anfang der Planung und nicht an deren Ende.

Die SolarX GmbH plant Photovoltaikanlagen und baut sie mit eigenen Montageteams; der Betrieb sitzt in der Wittestraße 3 in Berlin-Reinickendorf und arbeitet in Berlin und Brandenburg. Was für Ihr Haus sinnvoll ist, hängt in Frankfurt (Oder) an drei Fragen: an der Eindeckung, die von der Feldsteinkirche bis zum Plattenbau-Flachdach reicht, an der Lage zu einem der Denkmalbereiche und an der Zuständigkeit im Netz.

Nahansicht einer zweigeschossigen Reihenhauszeile im Stil der Eisenbahnersiedlungen der 1920er Jahre in Frankfurt (Oder): cremefarbener Putz, Ziegelsockel, steile Satteldächer mit roten Tonziegeln, kleine Schleppgauben und darauf ein geschlossenes Feld schwarzer Module zwischen Gaube und First.
Der Gegensatz zur Innenstadt: steile Ziegeldächer der Reichsbahn-Wohnungsbauten der zwanziger Jahre, kleinteilig und von Gauben gegliedert. Eine Veranschaulichung des Bautyps, keine Aufnahme einer ausgeführten Anlage.

Stadt- und Ortsteile in Frankfurt (Oder)

Stadtmitte
Hier markieren Friedenskirche und Marienkirche den ältesten Kern der Stadt, über allem steht der zwischen 1968 und 1976 gebaute Oderturm, und die Stadtbrücke führt hinüber nach Słubice.
Gubener Vorstadt
Südlich des historischen Kerns an der Straße nach Guben gelegen, mit den Wohnbezirken Bahnhofsberg, Klenksberg, Fischerkietz und Oderwiesen und seit 2004 als Denkmalbereich geschützt.
Obere Stadt
Besteht aus den Wohnbezirken Wildenbruch, Botanischer Garten, Kleistpark und Huttenviertel; der Kleistpark entstand 1953 auf einem Teil des alten Stadtfriedhofs von 1802.
Altberesinchen
Entstand nach 1874 nördlich der Müllroser Straße, nachdem die Bahnlinie nach Berlin eröffnet war, und wurde vor allem von Arbeitern und Angestellten der Bahngesellschaft bewohnt.
Neuberesinchen
Ab 1977 als Großsiedlung gebaut und nach 1990 in großem Umfang wieder zurückgebaut; der Wasserturm zählt zu den ältesten Gebäuden, am Rand steht ein etwa 100 Meter hoher Funkturm.
Lebuser Vorstadt
Nördlich des historischen Kerns, rund 320 Hektar groß, mit Geschoss-, Einfamilien- und Reihenhäusern, drei Kleingartenanlagen und Industrieflächen, darunter das Frankfurter Brauhaus und die Kläranlage.
Hansa Nord
Ab 1930 mit den ersten Villen besiedelt und zwischen 1971 und 1976 im Wohnungsbauprogramm der DDR mit Plattenbauten gefüllt; heute sitzen hier Olympiastützpunkt und Sportschule.
Klingetal
Rund 130 Hektar groß; 1924 gründeten hier verbliebene Flüchtlinge die Heimkehrsiedlung, und die Heilandskapelle bauten 1915/16 kriegsgefangene Angehörige der russischen Armee.
Nuhnenvorstadt
Rund 630 Hektar westlich der Innenstadt, bis in die 1920er Jahre nur mit Kasernen bebaut; der Name geht auf das slawische Nutnica für Hof oder Gut zurück.
Booßen
Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet, 1317 als Boz der Stadt geschenkt und seit 1974 eingemeindet; der Ort liegt zwischen den Ausläufern der Lebuser Platte und dem Naturschutzgebiet Booßener Teiche.
Kliestow
Schon im 8. Jahrhundert besiedelt, 1320 erstmals urkundlich genannt und 1947 eingemeindet; zum Ort gehört die etwa 800 Meter nördlich gelegene Siedlung Hexenberg.
Güldendorf
1230 als Cessonovo erwähnt und 1947 eingemeindet; im früheren Gutspark liegt der 15 Hektar große Märkische Naturgarten, 1926 auf stark gegliederter Moräne angelegt.
Lossow
1328 erstmals urkundlich nachweisbar und seit 1973 Ortsteil; die 1741 bis 1748 errichtete Dorfkirche brannte zu Kriegsende aus und ist heute als gesicherte Ruine begehbar.
Lichtenberg
1323 erstmals erwähnt und 1947 eingemeindet; am Ortsausgang nach Pagram steht auf dem unteren Teil einer Holländerwindmühlen-Ruine der 1906 errichtete Bismarckturm.
Rosengarten/Pagram
1495 wird ein Hof Rosengarten auf der Wüstung Pagram genannt; seit 1950 gehört Pagram zu Rosengarten, wo im Jahr 2000 am Eingang zum Stadtwald der Wildpark angelegt wurde.
Markendorf
Geht auf eine slawische Siedlung zurück, erscheint 1400 im Zehntregister des Bistums Lebus mit 64 Hufen und wurde später vom Volkseigenen Gut für Obstproduktion geprägt, dessen Plantagen nach 1990 gerodet wurden.
Markendorf-Siedlung
Wird als eigener Ortsteil geführt und grenzt an den Industriepark Markendorf, in dem bis Ende 2012 die Solarmodulwerke von First Solar standen.
Hohenwalde
1294 erstmals urkundlich erwähnt, 1973 eingemeindet und seit 2015 als Straßenangerdorf ein eigener Denkmalbereich, mit Kirche, Teichen und Großbauernhof am Anger.

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