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Landkreis

Photovoltaik im Landkreis Prignitz

Der Landkreis Prignitz liegt im äußersten Nordwesten Brandenburgs, zwischen Elbe und Stepenitz, und grenzt an Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Gebaut wird hier überwiegend in Dörfern: Backsteinhöfe, Scheunen, Feldsteinkirchen, dazwischen drei Städte mit eigenem Stromnetz. Wer hier eine Anlage plant, hat es mit großen Dachflächen zu tun und mit mehreren Netzbetreibern auf einem Kreisgebiet.

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Weiter Blick über einen Vierseithof im Landkreis Prignitz: Auf dem langen Satteldach der roten Backsteinscheune liegen dunkle Module in zwei Reihen, daneben stehen Wohnhaus und Stall, dahinter flaches Ackerland unter bedecktem Himmel.
Auf einem Prignitzer Vierseithof stehen vier Dächer zur Wahl; die Scheune bietet die größte Fläche am Stück, wenn das Tragwerk sie hergibt.

Wie in der Prignitz gebaut ist

Das Siedlungsbild ist dörflich. Es gibt Rundlinge wie Kuhblank und Straßendörfer wie Groß Breese, dazwischen Vierseithöfe aus rotem Backstein. Ältere Gebäude stehen in Fachwerk. Viele Dorfkirchen sind Feldsteinbauten des Mittelalters: Die Saalkirche in Gumtow stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die Wehrkirche in Triglitz von etwa 1360. Wohnhaus, Stall und Scheune stehen getrennt um einen Hof. Das bedeutet vier Dächer statt einem.

Für eine Anlage heißt das: Fläche ist meist vorhanden, die Frage ist, welches Dach sie trägt. Scheunendächer sind groß und oft gut ausgerichtet, ihre Sparren wurden aber für Ziegel und Stroh bemessen, nicht für zusätzliche Last. Bei Fachwerk läuft die Lastabtragung über das Holzgerüst. Auf einem Vierseithof ist deshalb zuerst zu klären, welches der vier Dächer die Anlage trägt. Die größte Fläche ist nicht zwangsläufig die geeignete.

In den Städten sieht es anders aus. Wittenberge ist eine Industriestadt des späten 19. Jahrhunderts, mit Gründerzeitblöcken und Arbeiterwohnhäusern; für die Arbeitersiedlung Eigene Scholle im Norden der Stadt übernahm 1912 das Baubüro von Walter Gropius Projekt- und Bauleitung, gebaut wurde sie 1913/14. Pritzwalk brannte 1821 fast vollständig nieder, 308 Wohnhäuser und 489 Nebengebäude. Der Stadtkern ist deshalb deutlich jünger, als das Stadtrecht von 1256 vermuten lässt.

Denkmalschutz, Elbaue und Schutzgebiete

Zwei Städte des Kreises gehören der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg an: Perleberg und Lenzen an der Elbe. In Perleberg liegt die Altstadt auf einer Sandinsel zwischen zwei Armen der Stepenitz, mit Bürgerhäusern vom 16. bis 20. Jahrhundert, Resten der mittelalterlichen Stadtmauer und dem Knaggenhaus von 1525. Auf solchen Dächern ist eine Anlage zuerst eine Frage an die Denkmalbehörde und erst dann eine der Montage.

An der Elbe liegt das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg: 533 Quadratkilometer entlang von rund siebzig Flusskilometern zwischen Quitzöbel und Dömitz, der Brandenburger Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe. Darin liegen unter anderem Wittenberge, Bad Wilsnack, Lenzen, Breese und Cumlosen. Das gesamte Reservat ist zugleich als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, dazu kommen mehr als dreißig ausgewiesene Naturschutzgebiete im Kreisgebiet.

Entscheidend ist die Zone. Die Kernzone umfasst drei Bereiche und gut ein Prozent der Fläche, die Pflegezone deckt sich mit den Naturschutz- und FFH-Gebieten, und in der Entwicklungszone liegt der weitaus größte Teil der Häuser und Höfe. Welche Zone für ein Grundstück gilt, ist festgelegt und lässt sich vor der Planung erfragen.

Mehrere Netzbetreiber auf einem Kreisgebiet

In der Prignitz liegen mehrere Netzgebiete nebeneinander. Die West-Prignitz gehört zum Netzgebiet der WEMAG Netz GmbH; sie ist zugleich der vorgelagerte Netzbetreiber für Perleberg. Dort betreibt die PVU Energienetze GmbH das Netz, für Perleberg und sechs umliegende Orte, rund 81 Quadratkilometer. Pritzwalk versorgen die Stadtwerke Pritzwalk über 175 Kilometer Leitung auf rund 54 Quadratkilometern, Wittenberge die Stadtwerke Wittenberge.

Das ist kein Nebensatz, sondern der Unterschied zwischen verschiedenen Anmeldeverfahren. Netzanschluss, Zählersetzung und Inbetriebnahme laufen über den jeweils zuständigen Betreiber, und die Verfahren sind nicht überall dieselben. Wer in Perleberg baut, hat deshalb unter Umständen einen anderen Ansprechpartner als jemand zwei Dörfer weiter. Vor der Planung wird geklärt, in wessen Netz das Haus liegt; der Name steht auf der Stromrechnung.

In Rühstädt ist das Netz aus einem anderen Grund Thema. Zum Schutz der Weißstörche hat die Gemeinde die meisten Überlandleitungen unterirdisch verlegt. Das Dorf trägt den Titel Europäisches Storchendorf, und die Elbauen ringsum sind für den Weißstorch ein deutschlandweit bedeutendes Dichtezentrum.

Weite Wege, große Wirtschaftsgebäude

Die Prignitz zählt zu den strukturschwächsten Regionen Deutschlands. Die Wirtschaft trägt sich aus Landwirtschaft, Handwerk, kleinen und mittleren Betrieben und Dienstleistungen; größter Arbeitgeber ist das Bahnwerk in Wittenberge, dazu kommt das Möbelwerk in Meyenburg mit rund 450 Beschäftigten. Entsprechend häufig sind landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude: Ställe, Maschinenhallen, Lagerscheunen. Bei diesen großen Hallen und Ställen ist vor der Montage zu klären, ob die Eindeckung Asbestzement enthält und ob das Dach eine Sanierung ohnehin näherlegt als eine Aufständerung.

Die Entfernungen im Kreis sind groß. Mit rund 35 Einwohnern je Quadratkilometer hat die Prignitz die geringste Besiedlungsdichte aller Brandenburger Landkreise: 2.138 Quadratkilometer, rund 75.000 Menschen. Karstädt verteilt rund 5.700 Einwohner auf 254 Quadratkilometer und dreizehn Ortsteile, Groß Pankow rund 3.800 auf 251 Quadratkilometer mit achtzehn Ortsteilen und neununddreißig Dörfern. Nennen Sie bei einer Anfrage deshalb den Ortsteil, nicht nur die Gemeinde.

Was eine Anlage kostet und welche Technik dazu passt, steht nicht auf dieser Seite, sondern im Solarrechner: Dachfläche, Ausrichtung und Verbrauch eingeben, Einschätzung bekommen. Die SolarX GmbH ist ein Fachbetrieb aus Berlin-Reinickendorf, Wittestraße 3, der Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen plant und mit eigenen Montageteams baut, in Berlin und Brandenburg.

Nahaufnahme einer Zeile gleichartiger Ziegelhäuser im Landkreis Prignitz: steile Satteldächer mit dunklen Biberschwanzziegeln, kleine Gauben und hohe Schornsteine. Zwischen zwei Gauben liegt ein kompaktes Feld schwarzer Module, das den First nicht erreicht. Tiefstehende Wintersonne streift über die Dachfläche.
Gründerzeit und Arbeiterwohnhaus in Wittenberge: Gauben und Schornsteine zerschneiden die Dachfläche, bevor das erste Modul liegt. Veranschaulichung, keine Aufnahme einer ausgeführten Anlage.

Städte und Gemeinden im Landkreis Prignitz

Wittenberge
Die größte Stadt des Kreises wuchs um das Singer-Nähmaschinenwerk; 1990 lebten hier 28.168 Menschen, nach der Liquidation des Werks 1992 sank die Zahl auf rund 17.000, Gründerzeitblöcke und die Siedlung Eigene Scholle von 1913/14 prägen das Bild.
Perleberg
Die Kreisstadt liegt auf einer Sandinsel zwischen zwei Armen der Stepenitz; ihre Altstadt mit Roland, Rathaus und Fachwerkbürgerhäusern steht als historischer Stadtkern unter besonderem Augenmerk der Denkmalpflege.
Pritzwalk
Ein Stadtbrand vernichtete 1821 über dreihundert Wohnhäuser, weshalb der Kern jünger wirkt als das Stadtrecht von 1256; das örtliche Stromnetz betreiben die Stadtwerke Pritzwalk selbst.
Bad Wilsnack
Die Moorbadeanstalt wurde 1907 eingeweiht, den Namenszusatz Bad trägt der Ort seit 1929, die Thermalsole wurde 1997 erbohrt; an der Großen Straße stehen Fachwerkhäuser, und über allem die spätmittelalterliche Wunderblutkirche.
Lenzen (Elbe)
Die Kleinstadt im äußersten Nordwesten gehört zu den Brandenburger Städten mit historischem Stadtkern; ihr Rathaus von 1713 trägt eine Uhr mit nur einem Zeiger.
Meyenburg
Bei Meyenburg entspringen Stepenitz und Dosse, nordöstlich im mecklenburgischen Altenhof die Elde, drei Flüsse, die in drei Richtungen abfließen; das Möbelwerk im Ort fertigt seit 1946 und beschäftigt rund 450 Menschen.
Putlitz
Von der Burg der Gans Edlen Herren zu Putlitz steht noch der Bergfried; ein Brand legte die Stadt 1638 vollständig in Asche, der Bahnanschluss kam erst 1896.
Karstädt
Die Gemeinde verteilt rund 5.700 Einwohner auf 254 Quadratkilometer und dreizehn Ortsteile; am Bahnhof an der Strecke Berlin–Hamburg verarbeitet seit 1870 ein Betrieb Hafer.
Groß Pankow (Prignitz)
Achtzehn Ortsteile und neununddreißig Dörfer auf 251 Quadratkilometern; im Ortsteil Seddin liegt ein bronzezeitliches Hügelgrab, im Ortsteil Wolfshagen ein Schloss der Gans zu Putlitz.
Gumtow
Sechzehn Ortsteile im Südosten des Kreises, darunter Demerthin mit seinem Renaissanceschloss; die Dorfkirche im Hauptort ist eine Feldstein-Saalkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Plattenburg
Die Gemeinde entstand 2001 aus acht Dörfern und trägt den Namen der Wasserburg von 1319; im Ortsteil Glöwen hält stündlich der Regionalexpress Richtung Berlin.
Rühstädt
Das Dorf trägt seit 1996 den Titel Europäisches Storchendorf; zum Schutz der Brutpaare hat die Gemeinde die meisten Überlandleitungen unterirdisch verlegt.
Lanz
In dem Elbdorf wurde 1778 Friedrich Ludwig Jahn geboren; an ihn erinnern sein Geburtshaus und eine Gedenkstätte, die Dorfkirche ist ein Feldsteinbau mit verbrettertem Turm.
Marienfließ
Die Gemeinde entstand 2001 aus den vier Dörfern Frehne, Jännersdorf, Krempendorf und Stepenitz; im Ortsteil Stepenitz steht das Kloster Marienfließ.
Weisen
Die Gemeinde zwischen Perleberg und Wittenberge am Unterlauf der Stepenitz hat eine Fachwerkkirche aus dem 17. Jahrhundert mit geschweifter Turmhaube; am Haltepunkt hält der Prignitz-Express nach Berlin.
Breese
Zwei Kilometer östlich von Wittenberge und im Biosphärenreservat gelegen; zur Gemeinde gehören der Ortsteil Groß Breese und der Gemeindeteil Kuhblank, ein Rundling.
Cumlosen
Das Elbdorf rund sechs Kilometer nordwestlich von Wittenberge liegt im Biosphärenreservat; zu DDR-Zeiten war hier eine Grenzübergangsstelle für den Schiffsverkehr.
Lenzerwische
Die westlichste Gemeinde des Kreises liegt am Dreiländereck mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern; sie entstand 2003 aus Besandten und Wootz im Feuchtgebiet zwischen Elbe und Löcknitz.
Legde/Quitzöbel
Die Gemeinde südlich von Bad Wilsnack an der Elbe entstand 2002 aus zwei bis dahin selbständigen Orten; Quitzöbel war Stammsitz des märkischen Adelsgeschlechts von Quitzow.
Kümmernitztal
Die Gemeinde entstand 2001 aus Grabow-Buckow und Preddöhl; in Preddöhl steht eine Wehrkirche, auf einem Feld bei Grabow fand sich 1961 eine steinzeitliche Axt.
Halenbeck-Rohlsdorf
Rund sechzehn Kilometer nordöstlich von Pritzwalk, mit der Warnsdorfer Höhe als höchstem Punkt; im Gemeindeteil Brügge steht eine Feldsteinkirche, das Erstlingswerk des Architekten Reinhold Persius.
Berge
Die Gemeinde liegt an den südlichen Ausläufern der Ruhner Berge an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern; im Gemeindeteil Neuhausen steht ein Herrenhaus.
Pirow
Der Ort rund achtzehn Kilometer nördlich von Perleberg ist ein für die Prignitz typischer Rundling; im Ortsteil Hülsebeck steht noch der Glockenstuhl der abgebrochenen Dorfkirche.
Triglitz
Die Gemeinde zwischen Putlitz und Pritzwalk hat eine der ältesten Dorfkirchen der Prignitz, einen Feldsteinbau von etwa 1360; dazu eine Fachwerk-Wassermühle von 1702 bis 1704.
Gerdshagen
Durch die Gemeinde im Amt Meyenburg fließt die Kümmernitz, ein Zulauf der Dömnitz; zwischen Gerdshagen und Preddöhl wurde in den 1990er Jahren der Preddöhler Stausee angelegt.

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