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Landkreis

Photovoltaik im Landkreis Uckermark

Der Landkreis Uckermark hat mehr Fläche als das Saarland und rund 38 Einwohner je Quadratkilometer. Prenzlau, Schwedt und Gartz verloren 1945 ihre Innenstädte, Templin und Angermünde nicht - die alte Substanz steht deshalb nicht dort, wo man sie vermutet. Und wer den Netzanschluss anmeldet, landet je nach Adresse bei E.DIS Netz oder bei einem städtischen Versorger.

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Weiter Blick über das uckermärkische Hügelland: eine Hofanlage aus rotem Backstein mit langem, steilem Satteldach in Biberschwanzdeckung, auf der Südseite ein geschlossenes Feld dunkler Module; dahinter eine Kopfsteinallee, Feldraine mit Lesesteinhaufen, ein Söll und weite Rapsschläge. Landkreis Uckermark.
Mehr Fläche als das Saarland, 38 Einwohner je Quadratkilometer: In der Uckermark liegen die großen Dachflächen draußen auf den Höfen, nicht in den Innenstädten.

Wo die alte Bausubstanz steht, und wo nicht

Wer die Uckermark vom Mittelalter her denkt, vermutet die alte Bausubstanz in den Städten. In Prenzlau, Schwedt und Gartz steht sie dort nicht mehr. In Prenzlau war bei Kriegsende bei 716 von 832 Grundstücken der Innenstadt die Bebauung zerstört, in der Außenstadt bei 205 von 1.298; der Wiederaufbau des Stadtkerns begann 1952, hauptsächlich mit Plattenbauten. Schwedt/Oder war zu rund 85 Prozent zerstört. In Gartz ist das Langhaus von St. Stephan bis heute als unüberdachte Ruine gesichert.

In Templin und Angermünde ist es umgekehrt. Templin wurde nach dem Stadtbrand von 1735 planmäßig wieder aufgebaut, mit begradigten Straßen und zweigeschossigen Fachwerkhäusern hinter einem Mauerring von 1.735 Metern. Angermünde hat seinen mittelalterlichen Stadtgrundriss behalten und seine Altstadt zwischen 1990 und 2007 saniert. Wer hier plant, sollte wissen, in welcher der beiden Uckermarken sein Dach steht.

In den Kernstädten von Prenzlau und Schwedt stehen deshalb überwiegend Dächer des DDR-Wohnungsbaus, dazu die Flachdächer der Wohnblöcke. Schwedt hat seit 1989 über vierzig Prozent seiner Einwohner verloren; der Leerstand war so groß, dass ganze Straßenzeilen abgerissen wurden. Ob ein Block saniert oder zurückgebaut wird, entscheidet sich vor der Anlage, nicht danach.

In den Dörfern sieht es anders aus. Die Baukultur-Handreichung des Biosphärenreservats nennt für die Region Barnim-Uckermark Angerdörfer als häufigste Dorfform, daneben dichte Straßendörfer und, für die Uckermark typisch, Gutsdörfer. Vierseithöfe mit einstöckigem Wohnhaus und mäßig steilen Dächern kommen fast flächendeckend vor, Dreiseithöfe sind ebenfalls weit verbreitet. Gebaut wurde mit Ziegel, Lehm, Ton, Holz und Feldstein; in Randowtal stehen Feldsteinkirchen aus dem 13. Jahrhundert.

Dieselbe Handreichung beschreibt zwei Eigenheiten der Dächer. Den märkischen Dachstühlen fehlen die Fußpfetten, die Sparren sind direkt mit den Deckenbalken verbunden. Und nachdem Reet aus Brandschutzgründen verboten war, wurden die Wohngebäude fast durchgängig mit Biberschwanzziegeln gedeckt, häufig in Kronendeckung. Wer auf so ein Dach montiert, hat es mit beidem zu tun.

Drei Schutzgebiete, und was davon das Dach betrifft

Drei große Schutzgebiete reichen in den Kreis, und keines endet an seiner Grenze. Der Nationalpark Unteres Odertal zieht sich über gut sechzig Kilometer an der Oder entlang und liegt in den Landkreisen Uckermark und Barnim; nach eigener Darstellung ist er Deutschlands einziger Aün-Nationalpark. Das UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin umfasst 129.161 Hektar in Teilen der Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland und Oberhavel; von seinen drei Kleinstädten - Oderberg, Joachimsthal und Greiffenberg - liegt nur Greiffenberg in der Uckermark, als Ortsteil von Angermünde.

Der Naturpark Uckermärkische Seen erstreckt sich über die Landkreise Uckermark und Oberhavel; seine Verwaltung sitzt in Lychen, sein Besucherzentrum am Berliner Tor in Templin. Dazu kommen 72 Naturschutzgebiete im Kreisgebiet.

Diese Gebiete schützen die Landschaft, nicht das einzelne Hausdach. Für eine Anlage zählt, ob das Gebäude selbst in der Denkmalliste steht oder in einem Bereich mit Gestaltungsvorgaben liegt; zuständig ist die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises in Prenzlau, Karl-Marx-Straße 1. Die Baukultur-Handreichung des Biosphärenreservats hilft dabei nicht weiter: Photovoltaik lässt sie ausdrücklich aus, weil die Anlagen nichts mit der Beheizung von Gebäuden zu tun hätten und unabhängig vom Sanierungsstatus aufs Dach könnten.

Wer hier den Netzanschluss macht

E.DIS Netz ist in der Uckermark Verteilnetzbetreiber; das Unternehmen baut die Mittelspannungsnetze unter anderem in Templin, Schmiedeberg und im Angermünder Ortsteil Greiffenberg aus. In mehreren Städten betreiben städtische Versorger eigene Stromnetze: in Schwedt/Oder die Stadtwerke Schwedt, in Prenzlau die Stadtwerke Prenzlau, in Angermünde die Stromversorgung Angermünde, jeweils mit eigenem Anschluss- und Anmeldeverfahren für EEG-Anlagen. Welcher Betreiber für eine Adresse zuständig ist, sollte vor dem Angebot feststehen.

Strom erzeugt die Region seit langem im großen Maßstab. Enertrag hat seinen Sitz seit 2003 in Schenkenberg, im Gemeindeteil Daürthal; das Hybridkraftwerk bei Prenzlau ging am 25. Oktober 2011 als weltweit erstes seiner Art in Betrieb und machte aus Windstrom Wasserstoff. Was davon auf Ihrem eigenen Dach ankommt, ist eine andere Rechnung. Die machen Sie im Solarrechner.

Die SolarX GmbH ist ein Fachbetrieb aus Berlin-Reinickendorf, Wittestraße 3. Wir planen Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen und bauen sie mit eigenen Montageteams, in Berlin und in Brandenburg. Für ein Dach in der Uckermark heißt das: erst der Ortsteil, dann der Netzbetreiber, dann der Dachstuhl. Danach geht es um die Anlage.

  • E.DIS Netz: Verteilnetzbetreiber in der Uckermark; baut Mittelspannungsnetze unter anderem in Templin, Schmiedeberg und Greiffenberg aus.
  • Stadtwerke Schwedt: eigenes Netzgebiet in Schwedt/Oder und den zugehörigen Ortsteilen, mit veröffentlichten Netzentgelten und eigenem Verfahren für EEG- und KWK-Anlagen.
  • Stadtwerke Prenzlau: eigener Netzzugang Strom in Prenzlau, mit Leitungsauskunft und eigener Anmeldung für EEG- und KWK-Einspeisung.
  • Stromversorgung Angermünde: eigener Strom-Netzbetrieb in Angermünde, mit eigenem Netzanschlussportal und eigener Rubrik für Einspeiser.
Blick von einem Nachbardach auf das Flachdach eines fünfgeschossigen Wohnblocks im Landkreis Uckermark: dunkle Bitumenbahnen, Lüfterhauben und ein Treppenhauskopf, darauf aufgeständerte Modulreihen in Ost-West-Aufstellung auf Ballastwannen, dazwischen Wartungsgassen; im Hintergrund Plattenbauzeilen und kahle Linden.
In den Kernstädten von Prenzlau und Schwedt steht überwiegend DDR-Wohnungsbau. Ob ein Block saniert oder zurückgebaut wird, klärt sich vor der Anlage. Veranschaulichung, keine Aufnahme einer ausgeführten Anlage.

Städte und Gemeinden im Landkreis Uckermark

Prenzlau
Kreisstadt am Unteruckersee, deren Innenstadt im April 1945 fast vollständig ausbrannte; der Wiederaufbau des Stadtkerns begann 1952, hauptsächlich mit Plattenbauten.
Schwedt/Oder
Größte Stadt des Kreises, gebaut für die Belegschaften von Raffinerie und Papierfabrik; seit 1989 hat sie über vierzig Prozent ihrer Einwohner verloren, und wegen des Leerstands wurden ganze Straßenzeilen abgerissen.
Templin
Thermalsole-Heilbad mit einem Mauerring von 1.735 Metern und etwa fünfzig Wiekhäusern; dahinter steht das zweigeschossige Fachwerk des planmäßigen Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand von 1735.
Angermünde
Bahnknoten Richtung Berlin, Stralsund, Stettin und Schwedt, dessen Altstadt zwischen 1990 und 2007 saniert wurde und ihren mittelalterlichen Grundriss behalten hat.
Lychen
Flößerstadt zwischen sieben Seen im Naturpark Uckermärkische Seen, deren Wirtschaft erst vom Holz und später von den Heilanstalten Hohenlychen lebte.
Gartz (Oder)
Kleinstadt an der Westoder, die hier die Grenze zu Polen bildet; 1945 schwer zerstört, mit dem Stettiner Tor aus dem 13. Jahrhundert als letztem von einst vier Stadttoren.
Brüssow
Landstadt zwischen Prenzlau und Pasewalk, die ihr Stadtrecht 1259 erhielt, es von 1550 bis 1809 verlor und in der ein Heimat- und Auswanderungsmuseum steht.
Boitzenburger Land
Gemeinde aus zehn Ortsteilen in eiszeitlich geprägter Hügel- und Seenlandschaft, mit Schloss, Klosterruine und Klostermühle in Boitzenburg.
Nordwestuckermark
2001 aus zehn bis dahin selbstständigen Gemeinden gebildet, 254 Quadratkilometer groß, mit Fürstenwerder und seinen Stadtmaürresten als einem von zehn Ortsteilen.
Uckerland
An der Grenze zu Mecklenburg gelegen, mit vierzehn Einwohnern je Quadratkilometer eine der am dünnsten besiedelten Gemeinden des Kreises; das Wappen zeigt elf Rapssamen für elf Ortsteile.
Gerswalde
Zwischen Prenzlau und Templin gelegen, mit Burgruine und einem Zuzug aus Berlin, der dem Dorf überregionale Aufmerksamkeit in der Presse eingebracht hat.
Gramzow
Ältester urkundlich überlieferter Ort der Uckermark, mit Resten eines Prämonstratenserklosters und einem Speicher, der 2022 den Deutschen Preis für Denkmalschutz bekam.
Milmersdorf
Waldreiche Gemeinde am Rand des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin, in deren Ortsteil Götschendorf seit 2007 ein russisch-orthodoxes Kloster besteht.
Oberuckersee
Vier Ortsteile am gleichnamigen See - Blankenburg, Potzlow, Seehausen und Warnitz; in Seehausen steht eine Fachwerkkirche von 1753, im Gemeindeteil Melzow eine Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert.
Randowtal
Liegt zwischen den Tälern von Ucker und Randow, mit Talsohlen auf siebzehn und Endmoränenkuppen auf achtzig Metern; die Autobahn 11 streift die Gemeinde.
Casekow
Seit 1857 Bahnstation an der Strecke Berlin-Stettin, mit einer Wagner-Orgel von 1744 im Ortsteil Wartin und Steinkistengräbern vom Übergang von der Jungstein- zur Bronzezeit, die 2024 freigelegt wurden.
Schenkenberg
Gemeinde im Amt Brüssow, zu der der Gemeindeteil Daürthal gehört - seit 2003 Sitz des Windenergieunternehmens Enertrag.

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