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Landkreis

Photovoltaik im Landkreis Havelland

Das Havelland reicht von der Berliner Stadtgrenze bei Falkensee bis an die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt hinter Milow. Dazwischen liegen Siedlungshäuser der zwanziger Jahre, Neubauquartiere auf altem Truppenübungsplatz, Plattenbauzeilen in Rathenow und Höfe mit großen Scheunendächern im Luch. Wer hier plant, trifft je nach Ort auf andere Regeln: in Falkensee auf die Baumschutzsatzung, in der Rathenower Altstadt auf ein förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet und in Paretz auf eine eigene Denkmalbereichssatzung.

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Photovoltaik in Städten und Gemeinden im Landkreis Havelland

Blick über ein junges Wohngebiet im Landkreis Havelland: gleichförmige Einfamilienhäuser mit flach geneigten Satteldächern aus anthrazitfarbenen Betondachsteinen, dicht an dicht und gleich ausgerichtet. Auf mehreren Südseiten liegen geschlossene schwarze Modulfelder, dahinter Kiefernwald am Horizont, Morgenlicht im Frühjahr.
Im Osten des Havellands stehen viele junge, gleich ausgerichtete Dächer dicht beieinander; dort entscheiden Zählerschrank und Platz für Wechselrichter, nicht die Statik.

Siedlungshäuser und Neubauquartiere im Osten

Falkensee ist aus Kolonien zusammengewachsen. 1898 kaufte die Deutsche Ansiedlungsbank den Großteil des zum Rittergut Seegefeld gehörenden Landes und förderte seine Besiedlung; um 1920 kam der erste große Zuzug aus Berlin, und am 1. April 1923 wurden Falkenhagen und Seegefeld zur Landgemeinde Falkensee vereinigt. Stadtrecht gab es erst 1961; bis dahin war Falkensee die größte Landgemeinde Deutschlands. Bei Häusern dieses Alters sehen wir zuerst den Dachstuhl an und erst danach die Modulzahl.

Dazu kommt der Baumbestand. Falkensee hat eine Baumschutzsatzung; ob ein Baum unter sie fällt, hängt an Stammumfang und Baumart, und gefällt wird nur mit Genehmigung. Verschattung lösen wir deshalb über die Aufteilung der Stränge und über Optimierer, nicht über die Säge. Maßgeblich ist der Sonnenstand im Dezember, nicht der im Juni.

Dallgow-Döberitz und Wustermark sind anders gewachsen. Auf dem Gelände des alten Truppenübungsplatzes und rund um Elstal sind seit den neunziger Jahren ganze Quartiere neu entstanden. Bei diesen Dächern geht es selten um die Statik; hier entscheiden Zählerschrank, Platz für Wechselrichter und Speicher und die Leitungswege im Haus. Ein paar Straßen weiter steht in Elstal das Olympische Dorf von 1936, dessen Speisehaus der Nationen denkmalgerecht saniert wurde. Dort gelten wieder ganz andere Regeln.

Was im Westhavelland auf den Dächern liegt

Rathenow wurde im Mai 1945 zu etwa 70 Prozent zerstört. Rund um die St.-Marien-Andreas-Kirche auf dem Kirchberg stehen noch einige Fachwerkhäuser, die in den 2010er Jahren restauriert wurden; Kirchplatz 5 und Kirchplatz 6 führt die Brandenburger Denkmalliste als Baudenkmale. Für die Altstadt, die barocke Neustadt und den Bereich Stadthof/Schlachthausstraße gilt seit 1994 ein förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet, dessen erklärtes Ziel die Erhaltung und Wiederherstellung des Erscheinungsbildes der Altstadt ist. Wer dort Module plant, klärt die Dachansicht vorher mit der Stadt.

Der größere Teil der Stadt ist jünger. In Rathenow-Ost wurden über tausend Wohnungen zurückgebaut, auf einem Teil der frei gewordenen Fläche steht heute ein Solarpark. Premnitz ist ein Werksort: Die Fabrik kam 1915, die Siedlung wuchs um sie herum, das Stadtrecht folgte 1962.

In den Dörfern des Havelländischen Luchs, um Nennhausen, Kotzen und Märkisch Luch, stehen Höfe mit Scheunen. Große, ungenutzte Dachflächen sind dort die Regel. Entscheidend ist zweierlei: ob die Unterkonstruktion die zusätzliche Last trägt und ob die Eindeckung noch zwanzig Jahre hält. Eine Anlage auf einem Dach, das danach neu gedeckt wird, bezahlt das Gerüst zweimal.

Denkmalschutz, Schutzgebiete und der Netzanschluss

Denkmalschutz ist hier kein Randthema. In Paretz, einem Ortsteil von Ketzin/Havel, stehen Schloss und Parkanlage als Gesamtanlage in der Denkmalliste; für den Ortsteil selbst gilt zusätzlich eine eigene Satzung zum Schutz des Denkmalbereichs. Für ein gewöhnliches Wohnhaus im Dorf ist diese Satzung die maßgebliche Regel, nicht der Eintrag zum Schloss. Das Brandenburgische Denkmalschutzgesetz macht die Genehmigung einer Solaranlage am Denkmal zur Regel statt zur Ausnahme, sofern sie rückbaubar ist und das Erscheinungsbild nicht erheblich beeinträchtigt wird.

Die großen Schutzgebiete betreffen das Hausdach kaum. Der Naturpark Westhavelland ist als erster Sternenpark Deutschlands anerkannt; daraus folgen Anforderungen an die Außenbeleuchtung, nicht an Module. Die Naturschutzgebiete Döberitzer Heide und Ferbitzer Bruch sind Flächenschutz. Sie zählen, wenn jemand eine Freiflächenanlage plant, nicht bei einer Anlage auf dem Dach.

Vor der Anmeldung muss klar sein, wer der Netzbetreiber ist. Für Falkensee führt die Stadt in ihrem Merkblatt der Ver- und Entsorger die E.DIS Netz GmbH als Stromnetzbetreiber. Die Stadtwerke Premnitz dagegen versorgen Premnitz und Umgebung mit Erdgas und Fernwärme, nicht mit Strom; für den Anschluss einer Photovoltaikanlage sind sie nicht zuständig. Welcher Netzbetreiber an Ihrem Haus liegt, steht auf der Stromrechnung.

Wer die Anlage plant und baut

Die SolarX GmbH ist ein Fachbetrieb aus Berlin-Reinickendorf, Wittestraße 3. Wir planen Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen und bauen sie mit eigenen Montageteams, in Berlin und in Brandenburg. Für das Havelland heißt das: erst das Dach ansehen, dann über Technik reden.

Was eine Anlage kostet, hängt am Dach: Das Siedlungshaus in Falkensee, der Neubau in Elstal und die Scheune im Luch bei Nennhausen führen zu drei verschiedenen Angeboten. Eine erste Einschätzung gibt Ihnen der Rechner. Alles Weitere entscheidet sich am Dach. Wenn eine Wärmepumpe dazukommen soll, gehört diese Frage von Anfang an mit auf den Tisch.

Nahansicht eines Siedlungshauses der zwanziger Jahre im Landkreis Havelland: steiles Satteldach mit Krüppelwalm, alte rotbraune Biberschwanzziegel, eine kleine Gaube. Ein schwarzes Modulfeld weicht der Gaube aus. Drei hohe Kiefern werfen in der tiefen Dezembersonne lange Schatten über die unteren Ziegelreihen.
Maßgeblich ist der Sonnenstand im Dezember, nicht der im Juni: Verschattung lösen wir über Stringaufteilung und Optimierer, nicht über die Säge. Veranschaulichung, keine Aufnahme einer ausgeführten Anlage.

Städte und Gemeinden im Landkreis Havelland

Rathenow
Kreisstadt und Stadt der Optik: Johann Heinrich August Duncker begründete hier 1801 die optische Industrie, im Mai 1945 wurden rund 70 Prozent der Stadt zerstört.
Photovoltaik in Falkensee
Mit rund 46.000 Einwohnern die größte Stadt des Kreises, am 1. April 1923 aus Seegefeld und Falkenhagen vereinigt und bis zum Stadtrecht 1961 die größte Landgemeinde Deutschlands.
Nauen
Die Stadt auf der Nauener Platte hat vierzehn Ortsteile und 268 Quadratkilometer Fläche; nördlich davon arbeitet die Großfunkstelle seit 1906.
Premnitz
Ein Werksort an der Havel: Die Fabrik kam 1915, die Siedlung wuchs um sie herum, und das Stadtrecht folgte erst 1962.
Ketzin/Havel
Kleine Havelstadt zwischen Potsdam und Brandenburg; 1860 wurde hier Ton entdeckt, ab 1870 breiteten sich die Ziegeleien aus, und zu ihren fünf Ortsteilen gehört das denkmalgeschützte Musterdorf Paretz.
Brieselang
1925 als eigenständige Landgemeinde entstanden, gewachsen am Bahnhof von 1920 und heute mit gut 13.000 Einwohnern ein Wohnort zwischen Autobahnring und Havelkanal.
Dallgow-Döberitz
Hier lag ab 1892 der Truppenübungsplatz und ab 1910 ein Flugplatz; auf den Flächen danach entstanden Wohngebiete, nebenan grasen Wisente in der Döberitzer Heide.
Wustermark
Fünf Ortsteile, ein Rangierbahnhof seit 1909 und in Elstal das Olympische Dorf von 1936, dessen Speisehaus der Nationen zu Wohnungen umgebaut wurde.
Schönwalde-Glien
Sieben Dörfer und Siedlungen nordwestlich des Spandauer Forstes; der 1956 bis 1959 errichtete, 135 Meter hohe Fernsehturm bei Perwenitz ist das höchste Gebäude des Landkreises.
Milower Land
Die Gemeinde westlich der Havel grenzt an Sachsen-Anhalt, rund 38 Prozent ihrer 161 Quadratkilometer sind Wald, und 1967 fand man hier den 5.300 Jahre alten Mann von Milow.
Friesack
Kleinstadt an der Bahn nach Hamburg mit der Burg der Quitzows; im Moor bei Friesack liegen mittelsteinzeitliche Fundschichten aus der Zeit von 9200 bis 5500 vor Christus.
Rhinow
Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes; Otto Lilienthal ließ sich 1893 hier nieder, um die Werkstatt für seine Gleiter einzurichten.
Nennhausen
Sechs Dörfer um ein Gutshaus von 1705, in dem Friedrich de la Motte Fouqué schrieb; der Park wurde ab 1780 zum englischen Landschaftsgarten umgestaltet.
Mühlenberge
Die Gemeinde im Amt Friesack entstand 2002 aus Haage, Senzke und Wagenitz; auf knapp 40 Quadratkilometern leben keine 800 Menschen.
Paulinenaue
Das Dorf liegt auf einer Talsandinsel im Havelländischen Luch, verdankt seinen Namen der 1833 nach Pauline von Bardeleben benannten Ansiedlung und seinen Zuschnitt dem Bahnhaltepunkt von 1847; die Grünlandforschung hat hier bis heute eine Station.
Pessin
Eine Gemeinde ohne eigene Ortsteile an der B 5 zwischen Friesack und Nauen; ihre Dorfkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Retzow
Knapp 15 Quadratkilometer im Havelländischen Luch am Nordrand der Ribbecker Heide, mit einer spätgotischen Backsteinkirche von um 1500 und dem Bredowschen Gutshaus von 1870.
Wiesenaue
2003 aus Brädikow, Vietznitz und Warsow gebildet, hieß die Gemeinde zunächst Jahnberge und benannte sich 2004 um; westlich steigt das Ländchen Friesack auf 77 Meter an.
Kotzen
Drei Dörfer (Kotzen, Kriele und Landin) am Großen Havelländischen Hauptkanal, rund 14 Kilometer östlich von Rathenow; die Landiner Kirche ist ein Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts.
Märkisch Luch
2002 aus Barnewitz, Buschow, Garlitz und Möthlow zusammengeschlossen; auf gut 71 Quadratkilometern leben rund 1.300 Menschen, im Süden reicht die Gemeinde ins Naturschutzgebiet Marzahner Fenn und Dünenheide.
Stechow-Ferchesar
2002 aus Stechow und Ferchesar vereinigt; Ferchesar liegt am Hohennauener-Ferchesarer See, seine Fachwerkkirche stammt von 1735, die Stechower Kirche aus dem 13. Jahrhundert.
Havelaue
2001 aus Gülpe, Parey, Spaatz, Strodehne und Wolsier entstanden; die Gemeinde liegt am Gülper See und am südöstlichen Rand des Feuchtgebiets Untere Havel.
Seeblick
2001 aus Hohennauen, Wassersuppe und Witzke gebildet, liegt die Gemeinde nördlich von Rathenow am Ufer des Hohennauener Sees.
Großderschau
Ein Kolonistendorf: Nach der Eindeichung der Dosse entstand zwischen 1773 und 1775 die Kolonie Friedrichsdorf mit neun weiteren Dörfern und Weilern, darunter Großderschau; seinen Namen erhielt der Ort nach dem preußischen Staatsminister Christoph Friedrich von Derschau.
Kleßen-Görne
2002 aus Görne und Kleßen zusammengelegt; das Gutshaus Kleßen wurde 1723 von der Familie von Bredow barock erbaut und 1858 klassizistisch umgebaut, in der alten Dorfschule steht ein Spielzeugmuseum.
Gollenberg
Die Gemeinde trägt seit 2013 den Zusatz Lilienthal-Gemeinde: Auf ihrem 109 Meter hohen Hausberg startete der Flugpionier ab Ostern 1894 seine Erprobungsflüge.

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